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Das Gesundheitswesen am Patienten orientieren<BR>Qualitätstransparenz und Beschwerdemanagement als Gradmesser für ein patientenfreundliches Gesundheitssystem<BR>Acht europäische Länder im Vergleich (Rezension)

Das Gesundheitswesen am Patienten orientierenQualitätstransparenz und Beschwerdemanagement als Gradmesser für ein patientenfreundliches GesundheitssystemAcht europäische Länder im Vergleich (Kranich, Christoph und Karl D. Vitt (Hrsg.) )Mabuse-Verlag, Frankfurt, 2003, 180 S.,
25. Mai 2013 durch
Das Gesundheitswesen am Patienten orientieren<BR>Qualitätstransparenz und Beschwerdemanagement als Gradmesser für ein patientenfreundliches Gesundheitssystem<BR>Acht europäische Länder im Vergleich  (Rezension)
Andreas Lauterbach

Das Gesundheitswesen am Patienten orientieren
Qualitätstransparenz und Beschwerdemanagement als Gradmesser für ein patientenfreundliches Gesundheitssystem
Acht europäische Länder im Vergleich (Kranich, Christoph und Karl D. Vitt (Hrsg.) )

Mabuse-Verlag, Frankfurt, 2003, 180 S., 17,90 €, ISBN 3-935964-10-2

Rezension von: K. Althaus

Unter der Fragestellung der Reformierbarkeit des Gesundheitswesen schlagen die Herausgeber des vorliegenden Buches vor, das Gesundheitswesen an seinen Nutzern, also den Patientinnen und Patienten zu orientieren und diese an dessen Gestaltung aktiv mitwirken zu lassen. Leistungstransparenz und Beschwerdemanagement sind gemäß ihren Darstellungen die beiden Hauptaspekte der Patientenorientierung eines Gesundheitssystems. Das Buch ist mit den entsprechenden diesbezüglichen Themenbeiträgen das Resultat einer kleinen, hochrangig besetzten Expertentagung im Rahmen eines europäischen Rechercheprojekts.

So befasst sich der erste Teil des Buches mit der Thematik der Transparenz der Leistungsqualität des Gesundheitswesens für Patienten und Patientinnen. In verschiedenen Beiträgen wird jedoch festgestellt, dass diese Transparenz genau dort fehlt, wo sie besonders notwendig wäre, weil nämlich nicht bekannt ist, welche Informationen einzelne Patientinnen und Patienten oder Gruppen suchen oder wünschen. Deshalb wird in mehreren Kapiteln dafür plädiert, Patientenerfahrungen zu messen, Patienten-Feed-back einzuholen, Erwartungen von Patientinnen und Patienten anzusprechen sowie ihre Bedürfnisse zu erfragen, um damit Daten zu gewinnen, welche zu einer Veränderung und Verbesserung der Bedingungen führen könnten. Dieser Aspekt ist neben der Perspektive und Erwartung der Fachleute im Gesundheitswesen wesentlich für Qualitätsverbesserungen.

Verschiedene Autoren sind sich einig, dass Transparenz im Gesundheitswesen zur Erhöhung der Qualität der Versorgung, zur Sicherstellung der Finanzierung und zur Ermöglichung der Orientierung im Gesundheitswesen notwendig ist. Es werden in diesem Sinne verschiedene Wege aufgezeigt, mit welchen Informationsmitteln und Daten diese Transparenz geschaffen wird oder geschaffen werden könnte. So wird ausführlich über die Verwendung von Indikatoren berichtet. Im Weiteren wird aber auch festgestellt, dass Daten im Gesundheitswesen oftmals nicht zur Verfügung stehen, häufig nicht vergleichbar und schwer interpretierbar sind. In den ausführlichen Länderberichten, welche Hintergründe der jeweils länderspezifischen Gesundheitssysteme beschreiben, wird ersichtlich, dass die Problemstellungen oftmals ähnlich sind.

Das Beschwerdemanagement, welches im zweiten Teil des Buches behandelt wird, soll zur Transparenz beitragen, indem es Daten zur Beurteilung der Leistungsqualität eines Anbieters liefert. Dabei wird von verschiedenen Referenten festgestellt, dass im Gesundheitswesen noch keine Beschwerdekultur entwickelt ist, indem nicht erkannt wird, dass Beschwerden wichtige Hinweise auf Qualitätsmängel geben können.

In verschiedenen Kapiteln lassen sich wichtige Erfahrungen und Impulse auch im Ländervergleich für die Entwicklung eines Beschwerdemanagements finden. Auch hier wird dafür plädiert, die Erlebnisqualität der Patientinnen und Patienten zu erfragen, Beschwerdeerfahrungen als ein Element der Patientenperspektive zu berücksichtigen und somit eine notwendige Datenquelle für ein transparentes Gesundheitswesen zu erhalten.

Insgesamt ist es den Herausgebern sehr gut gelungen, die Thematik der Leistungstransparenz und des Beschwerdemanagements durch die Vielfalt der Beiträge auszuleuchten. Wesentlich erscheint der Ländervergleich, denn gewisse Erfahrungen können zur Entwicklung im eigenen Land weiterhelfen. Das Buch richtet sich somit an eine Vielzahl von Berufsgruppen im Gesundheitswesen sowie an politisch Tätige, denen die Reform des Gesundheitswesens ein wichtiges und zentrales Anliegen ist.

Pflegebedürftigkeit in der Schweiz<BR>Prognosen und Szenarien für das 21.Jahrhundert (Rezension)
Pflegebedürftigkeit in der SchweizPrognosen und Szenarien für das 21.Jahrhundert (Höpflinger, François und Valérie Hugentobler )Verlag Hans Huber, Bern, 2003, Buchreihe des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums, 88 S., 22,95 €, ISBN 3-456-84011-X Rezension von: K. Alth