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Ethik in der Altersmedizin<BR>Mit einem Beitrag zur Pflegeethik von Eva-Maria Neumann (Rezension)

Ethik in der AltersmedizinMit einem Beitrag zur Pflegeethik von Eva-Maria Neumann (Helmchen, H. et al. )Kohlhammer-Verlag, Stuttgart, 2006, 400 S., 24,00 €, ISBN3-17-017970-5 Rezension von: Paul-Werner Schreiner Das vorliegende Buch ist Band 22 der im Kohlhammer-Verlag erschein
25. Mai 2013 durch
Ethik in der Altersmedizin<BR>Mit einem Beitrag zur Pflegeethik von Eva-Maria Neumann  (Rezension)
Andreas Lauterbach

Ethik in der Altersmedizin
Mit einem Beitrag zur Pflegeethik von Eva-Maria Neumann (Helmchen, H. et al. )

Kohlhammer-Verlag, Stuttgart, 2006, 400 S., 24,00 €, ISBN3-17-017970-5

Rezension von: Paul-Werner Schreiner

Das vorliegende Buch ist Band 22 der im Kohlhammer-Verlag erscheinenden Reihe „Grundriss Gerontologie“. Wie die anderen Bände der Reihe ist auch „Ethik in der Altersmedizin“ als Studienbuch angelegt. Am Ende jedes Kapitels finden sich Kontrollfragen – für das Selbststudium wünschenswerte Antwortmöglichkeiten fehlen leider – sowie Vorschläge für vertiefende Literatur. Am Ende des Buches ist eine ausführliche Literaturliste aufgenommen sowie ein umfangreiches Schlagwortregister, das auch punktuelles Nachschlagen ermöglicht.

Die Autoren – sie bezeichnen sich im Vorwort als „Frühe Ruheständler – grenzen im Vorwort die Reichweite ihrer Ausführungen insofern ein, als sie von Hause aus Psychiater sind und so nicht die ethischen Aspekte der gesamten Altersmedizin abdecken können. Als Ruheständler verfügen sie dagegen über ein breites Erfahrungsspektrum und überschauen eine lange Entwicklung, was sicher einiges kompensiert. Für die Darstellung der ethischen Aspekte der Pflege alter Menschen konnte eine Pflegewissenschaftlerin gewonnen werden. Die Autoren begründen das Hinzuziehen einer Coautorin für diesen Bereich damit, dass die Pflegenden hinsichtlich vieler ethischer Problemfelder in der Versorgung alter Menschen sehr viel näher am Geschehen ist.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert:

  • Rahmenbedingungen und ethische Grundlagen
  • Spezielle Problemfelder der altersmedizinischen Praxis
  • Ethik in der Pflege.
In dem ersten Buchteil werden zunächst die medizinethischen Dimensionen des Alter(n)s umrissen – ausgehend von Definitionen für Alter und Altersmedizin, über Ausführung über das Verständnis von Alter, Altern und Alterskrankheiten im Lichte der Anthropologie bis zum Thema „“Endlichkeit und Tod“. Großen Raum nehmen in diesem Kapitel die anthropologischen Betrachtungen ein, wozu neben der Tatsache, dass alter ein biologisches Phänomen ist, auch die Abhängigkeit des Altersbildes von soziokulturellen Bedingungen gehört. Im zweiten Kapitel dieses Buchteiles werden die übergeordneten Ursachen für ethische Dilemmata in der Altersmedizin skizziert, wozu in erster Linie der demografische Wandel zählt. Das dritte Kapitel ist dem Arzt-Patienten-Verhältnis, ärztlichen Haltungen sowie ethischen Prinzipien gewidmet.

Im zweiten Buchteil werden nun spezielle Problemfelder der altersmedizinischen Praxis aufgegriffen:

  • Krankheiten mit begrenzter Lebenserwartung
  • Demenz
  • Sterbehilfe und Euthanasie
  • Vorausverfügungen
  • Forschung.
Schon in dem ersten Abschnitt über „Krankheiten mit begrenzter Lebenserwartung“ messen die Autoren dem Willen des Patienten in begrüßenswerter Weise einen hohen Stellenwert bei. Dies wird auch darin deutlich, dass sie der Erörterung des Themas „Vorausverfügungen“ einen breiten Raum einräumen. Zum Nachdenken anregen die kritischen Bemerkungen zum Thema „Ein ‚würdiges‘ Sterben ermöglichen“: „Das Bemühen um Würde muss zwangsläufig scheitern, wenn der Betroffene von seinem Körper im Stich gelassen wird. Durch die Rede vom ‚würdigen‘ Sterben kann also das menschliche Lebensende leicht illusionär beschönigt und der Sterbende einem unbarmherzigen Erwartungsdruck ausgesetzt werden. Mit der ‚Würde‘ des Sterbens muss demnach etwas anderes gemeint sein. Der Begriff enthält eine ethische Forderung, die sich nicht an den Sterbenden selbst, sondern an seine professionellen Helfer und Angehörigen richtet. Sie sollen in ihrem Verhalten zum Ausdruck bringen, dass der Sterbende als eine wertvolle, mit unverlierbarer Würde ausgestattete Person wahrgenommen und respektiert wird.“

Die Autorin des dritten Buchteils „Pflegeethik“ gibt zunächst einen Abriss darüber, was unter Pflegeethik zu verstehen ist und skizziert dann die ethische Verantwortung des Pflegemanagements. Im zweiten Teil der Ausführungen werden schließlich ethische Konfliktsituationen und Dilemmata aufgegriffen. Eine Vertiefung beschäftigt sich dabei mit „Autonomie und Fürsorge für Menschen mit Demenz“; ein weiteres Thema ist der Umgang mit Ekel. Breiten Raum nehmen die Themen „Schmerzlinderung“ und „Sterbebegleitung als zentrale pflegerische Aufgabe“ ein.

Das Buch sei allgemein zur Lektüre empfohlen – Pflegenden nicht nur, weil es auch einen eigenständigen Teil zur Pflegeethik enthält, sondern weil auch die ersten beiden Buchteile für Pflegende sehr wohl relevant sind.

Risikomanagement für die Pflege<BR>Ein praktischer Leitfaden (Rezension)
Risikomanagement für die PflegeEin praktischer Leitfaden (Kahla-Witzsch, Heike Anette und Olga Platzer )Kohlhammer Stuttgart, 2007, 192 Seiten, 24,80 Euro, ISBN: 978-3-17-019400-7 Rezension von: Katrin Althaus Aus der Erkenntnis, dass es immer dort zu Irrtümern kommt, wo Mensch