Gesundheitsförderung von Krankenschwestern |
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Die Autorin des vorliegenden Buches ist Physiotherapeutin und Gesundheitswissenschaftlerin; sie ist als Professorin für Physiotherapie verantwortlich für den Bacchelorstudiengang an der Fachhochschule Kiel. Ihrer Dissertation lag die Leitidee zu Grunde, einmal nicht danach zu fragen, was Krankenschwestern in ihrem vielfältig als belastend beschriebenen beruflichen Alltag krank macht, sondern danach, was ja nun nicht gerade wenige Krankenschwestern gesund sein lässt. Sie orientiert sich dabei an dem Modell der Salutogenese von Aaron Antonovskys. Neben dieser salutogenetischen Perspektive nimmt sie eine
- subjektorientierte Perspektive ein, d. h., sie fragt nach der Wahrnehmung und Deutung der Betroffenen als Interpretation und Konstruktion deren sozialer Wirklichkeit
- genderorientierte Perspektive ein, d. h., sie versteht das soziale Geschlecht als bedeutende Variable sozialer Prozesse und fragt nach Bewältigungsmöglichkeiten und -ressourcen im Kontext geschlechtstypischer biografischer Erfahrungen
- Perspektive der Beschäftigten ein, d. h., sie erkennt Krankenschwestern als Expertinnen in deren Tätigkeitsbereichen bei der Identifizierung von Ansätzen betrieblicher Gesundheitsförderung.
Der Untersuchung lagen 19 problemorientierte Interviews mit Krankenschwestern und zusätzlich einige Gruppendiskussionen zu Grunde. In einem Teil der Auswertung werden fünf Typen "gesunder" Krankenschwestern skizziert:
- die professionelle Pflegekraft
- die ausgeglichene Traditionalistin
- die pragmatische Teilzeitschwester
- die engagierte Kämpferin
- die bilanzierende Aussteigerin.
Im letzten Abschnitt werden die geschlechtssensiblen Aspekte einer betrieblichen Gesundheitsförderung noch einmal zusammengefasst.
Auch wenn natürlich 19 Interviews weit davon entfernt sind, auch nur ansatzweise ein repräsentatives Bild abzugeben, sind die Ergebnisse bedenkenswert und sollten von den Verantwortlichen in den Gesundheitsbetrieben zur Kenntnis genommen werden.
Als Mitglied der ausdrücklich in der Untersuchung nicht bedachten Minderheit der Berufsgruppe sei mit gestattet anzumerken, dass hoffentlich irgendwann jemand auf die Idee kommt, Gesundheitsförderung bei Krankenpflegern zu untersuchen. Bis dahin baue ich darauf, dass mir die allgemein bekannten MaÃnahmen der Gesundheitsförderung, da ohnehin vermutlich männlich orientiert, zugute kommen.