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Humor im therapeutischen Prozess<br> Dimensionen, Anwendungen und Grenzen für die Pflege (Rezension)

Humor im therapeutischen Prozess Dimensionen, Anwendungen und Grenzen für die Pflege (Lotze, Eckhard)Mabuse-Verlag, Frankfurt, 2003, 153 S., 18,00 € - ISBN 3-935964-19-6Rezension von: Paul-Werner Schreiner Das vorliegende Buch enthält eine am Institut für angewandte Pflegefo
25. Mai 2013 durch
Humor im therapeutischen Prozess<br>
Dimensionen, Anwendungen und Grenzen für die Pflege  (Rezension)
Andreas Lauterbach

Humor im therapeutischen Prozess
Dimensionen, Anwendungen und Grenzen für die Pflege (Lotze, Eckhard)

Mabuse-Verlag, Frankfurt, 2003, 153 S., 18,00 € - ISBN 3-935964-19-6

Rezension von: Paul-Werner Schreiner

Das vorliegende Buch enthält eine am Institut für angewandte Pflegeforschung in Bremen vorgelegte Diplomarbeit. Der die Arbeit betreuende Professor Görres stellt im Geleitwort zu Recht fest, dass mit den Ausführungen Neuland in der Pflegeforschung beschritten wird.

In einem ersten Abschnitt wird entfaltet, um was es sich beim Humor handelt; interessant ist ein Exkurs über Freuds Humortheorie. Im zweiten Kapitel wird der Stand der Lachforschung referiert. Thema des dritten Kapitels sind die Wirkungen des Humors in der Psychotherapie und Heilpädagogik. Im vierten Kapitel wird ausgelotet, wie Humor in die Pflege integriert werden kann, wobei der da und dort propagierte Paradigmawechsel in der Pflege als Chance gesehen wird. Hier ist der Leser gut beraten, sich immer wieder selbst zu zwicken und die Realität der Pflege nicht ganz aus den Augen zu lassen. Dies gilt noch mehr bei der Beschreibung der Anwendungsmöglichkeiten des Humors als Pflegeintervention. Die kritische Betrachtung" im Anschluss an die Ausführungen über "das Pflegeprozessmodell im Humorkontext" ist eine Ansammlung von Allgemeinplätzen ("Die Ausarbeitung eines pflegeprozessorientierten Konzepts zur Humoranwendung kann kaum von einzelnen Pflegeexperten bewältigt werden.") Im sechsten Kapitel wird die Integration des Humors in die Curricula der Pflegebildung erörtert. Thema des siebten Kapitels sind die Grenzen des Einsatzes von Humor; hier lernt man z.B., dass "angemessener Humor ... möglichst alle individuellen Eigenarten des Humorstils des Pflegeempfängers" berücksichtigt. Immerhin weist der Autor hier darauf hin, dass hinsichtlich des Einsatzes von Humor die strukturelle Bedingtheit pflegerischen Handelns als begrenzender Faktor zu bedenken ist.

Es sei unbestritten, dass Humor wichtig und Lachen gesund ist. Mich hat, das sei hier nicht verhehlt, die Lektüre des Buches an vielen Stellen zum Schmunzeln verleitet. Humor, Lachen und Schmunzeln sind aber Ausdrucksweisen, die nur auf einer gesunden, zufriedenen Grundhaltung möglich sind - Humor auf dem Verordnungsplan ist schon eine eigenartige Vorstellung. Deshalb ist mir auch bei weiterem Nachdenken das Lachen vergangen. Die Untersuchung erinnerte mich fatal an eine - satirische - Untersuchung über das Schütteln von Kopfkissen aus der Frühzeit der deutschen Pflegeforschung (Judith von Ossiander: "Kopfkissen aufschütteln - Ja oder nein?"). Es sei nicht infrage gestellt, dass Forschung frei sein muss, ebenso, dass auch andernorts Dinge erforscht werden, deren Sinn sich nicht immer so ohne weiteres erschließt. Gibt es aber bezüglich der Realität pflegerischen Handelns wirklich nichts mehr Anderes zu erforschen? Für mich, der ich die tägliche Realität in der Klinik aushalten muss und dabei an meine Grenzen komme, wäre dies wirklich bedrückend. Muss eine Pflegewissenschaft nicht auch nach der Relevanz ihres Treibens fragen? Wäre es nicht sehr viel intelligenter, einmal zu erforschen, weshalb allzu vielen Pflegenden in ihrer Arbeit das Lachen vergangen ist, und dann auch die entsprechenden politischen Konsequenzen einzufordern? Vielleicht fällt dies gerade denen schwer - diese bissige Bemerkung sei mir gestattet -, die mit dem erklärten Ziel, nie mehr in die Pflege zurückzugehen, Pflege studieren. Es wäre - auch therapeutisch - schon viel gewonnen, wenn Pflegende Bedingungen vorfänden, angesichts deren sie nicht fortwährend mit einem verkniffenen Gesicht herumlaufen würden.

Wenn Krebspatienten Fragen stellen<br> Was Pflegekräfte und Betroffene wissen müssen (Rezension)
Wenn Krebspatienten Fragen stellen Was Pflegekräfte und Betroffene wissen müssen (Löser, Angela)Schlütersche, Hannover, 2002, 173 Seiten, 17,00 € - ISBN 3-87706-655-0 Rezension von: Annette Ennulath In 15 Kapiteln versucht die Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegedienstleiteri