Zum Inhalt springen

<p><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: Arial;"><strong>Akute Verwirrtheit - Delir im Alter </strong></span></span><br /> <span style="font-size: small;"><span style="font-family: Arial;">Praxishandbuch für Pflegende und Mediziner<b

Akute Verwirrtheit - Delir im Alter Praxishandbuch für Pflegende und Mediziner Aus dem Englischen von Gabriele Kreutzner Deutschsprachige Ausgabe herausgegeben von Wolfgang Hasemann (Lindesay, James et al. (Hrsg.))Verlag Hans Huber, Bern, 2009, 416 S., 6 Abb., 20 Tab., 39,90 €,
25. Mai 2013 durch
<p><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: Arial;"><strong>Akute Verwirrtheit - Delir im Alter </strong></span></span><br />
<span style="font-size: small;"><span style="font-family: Arial;">Praxishandbuch für Pflegende und Mediziner<b
Andreas Lauterbach

Akute Verwirrtheit - Delir im Alter
Praxishandbuch für Pflegende und Mediziner
Aus dem Englischen von Gabriele Kreutzner
Deutschsprachige Ausgabe herausgegeben von Wolfgang Hasemann

(

Lindesay, James et al. (Hrsg.)

)

Verlag Hans Huber, Bern, 2009, 416 S., 6 Abb., 20 Tab., 39,90 €, ISBN: 978-3-456-84638-5

Rezension von:

Dr. med. Markus Rupprecht, Geriater


Die „Verbesserung dieses armseligen Standes der Dinge“ ist erklärtes Ziel der Herausgeber: Brauchbares für Kliniker zusammenbringen und das Bedürfnis nach einem aktuellen und kritischen Kompendium für den Forscher erfüllen. „Armselig“ sei die fehlende Identifikation und das hilflose Management dieser ernsten und potentiell vermeidbaren Erkrankung älterer Menschen mit der Folge erhöhter Morbidität und Mortalität.

In 13 Kapiteln werden ausführlich alle relevanten Inhalte zum „akuten Hirnversagen“ beleuchtet: vom Konzept des Delirs über Messinstrumente, der Epidemiologie und Neuropathophysiologie hin zum Klinischen Assessment. Den Ursachen des Delirs ist ebenso ein eigenes Kapitel gewidmet wie dem Delir-Management, der Prävention und der Ausbildung und Qualifizierung. Abgerundet wird das gut 400 Seiten umfassende Werk mit der Beschreibung eines Praxisentwicklungsprogramms am Universitätsspital Basel des Herausgebers der deutschen Ausgabe.

Jedes Kapitel endet mit einer Zusammenfassung oder Schlussfolgerungen, einem Update bis 2005 und einem ausführlichen Literaturverzeichnis. Die deutsche Übersetzung liest sich sehr flüssig, sprachliche Fallstricke werden mit wenigen Ausnahmen in Klammerkommentaren vom deutschen Herausgeber eindeutig geklärt.

Die Kapitel, von verschiedenen Autoren verfasst, sind in sich abgeschlossen, sodass das Werk auch zum Nachschlagen benutzt werden kann. Allerdings entstehen dadurch für den Leser, der das Werk als Lehr- und Weiterbildungsbuch ganz liest, immer wieder Redundanzen. So hätten die Autoren das Kapitel „Instrumente zur Messung des Delirs“ und „Klinisches Assessment und Diagnose“ straffen und zusammenführen können. Die anzuwendenden Messinstrumente werden leider nur erläutert, ein Anhang mit den jeweiligen Originalvorlagen würde einem das mühsame Suchen im Internet ersparen; auch ein Hinweis auf deutsche Versionen wäre hilfreich.

Im sehr spannenden Kapitel zur Neuropathophysiologie würden Skizzen und Schaubilder das komplexe Geschehen einprägsamer erläutern - dennoch erklärt das Kapital detailliert, warum der mentale Status bei Älteren ebenso ein zu messendes Vitalzeichen sein muss wie Blutdruck, Puls und Temperatur. Neben der Erläuterung der klassischen Neurotransmitter erklären die Autoren auch hormonelle und Zytokin vermittelte Einflüsse für eine postulierte „letzte neuronale Wegstrecke beim Delir“.

In den praxisorientierteren Kapiteln über Delir-Prävention und Delir-Management schwanken die Autoren zwischen Wissensvermittlung und reviewähnlicher Aufzählung zahlreicher Studien. Letzteres überwiegt häufig - dennoch verschweigen die Autoren weder Studien, die fehlende Effekte von Interventionen ergaben, noch die häufig qualitativ unzureichenden Studiendesigns. Dabei kommt auch eine Wissenschaftskritik nicht zu kurz: Komplexe Interventionen in einem komplexen System, und das hat man nach der Lektüre des Buches verstanden, lassen sich eben nicht im gedanklichen Modell von Einzelursachen für ein bestimmtes Outcome wiederfinden. Hier sind „simple Vorstellungen, mit denen beispielsweise Randomisierte Kontrollierte Interventionsstudien (RCT) an der Spitze der Evidenzhierarchie“ stehen, unzureichend und nicht zielführend. Die Frage „Ist bei akuten Verhaltensproblemen Fixierung besser als Risperidon?“ lasse sich mit den normalen Evidenzregeln wohl nie untersuchen, geschweige denn beantworten. Die Annäherung mittels eines theoretischen Modells, der realitätsnahen Evaluation, lasse bei umformulierter Frage "Bei welchen Patienten mit welcher Art von Delir zeigt sich eine größere Verringerung verhaltensbezogener Probleme aufgrund welcher Art von Intervention?" sehr wahrscheinlich eine für den Praktiker brauchbare Antwort generieren.

Zu kurz kommen die Probleme Mangelernährung und mögliche baulich-architektonische Orientierungshilfen im akutstationären Bereich, aber auch in der Langzeitpflege.
Die studienmäßig stets untermauerte Darstellung der Delirursachen wie auch möglicher Interventionen geben dem Anwender genug Informationen zur Erstellung von z. B. Checklisten passend für die eigene Einrichtung. Hilfreich ist hierbei auch das Kapitel mit dem Schulungsprogramm der Universität Basel.

Fazit: Praktiker, die schnell einen Rat für einen verhaltensauffälligen Bewohner oder Patienten brauchen, werden sich in dem detaillierten und studiengestützten „Praxishandbuch für Pflegende und Mediziner“ nur schwer zurechtfinden. Forscher finden zu einem angemessenen Preis ein umfassendes Review zum Thema Delir bis 2005. Leser, die in ihrem Arbeitsbereich auch konzeptionell arbeiten, ein Delirprogramm etablieren oder Mitarbeitende schulen, werden das Buch als Grundlage nicht missen wollen. Die gute Verständlichkeit lässt es dabei für alle Berufsgruppen des geriatrisch-gerontopsychiatrischen Teams mit Gewinn lesen, oder sagen wir besser: durcharbeiten.

<p><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: Arial;"><strong>Von den Schwierigkeiten bei Entscheidungen am Lebensende</strong></span></span><br /> <span style="font-size: small;"><span style="font-family: Arial;">Publikationen zu einem k
Von den Schwierigkeiten bei Entscheidungen am Lebensende Publikationen zu einem kontroversen Thema ()Rezension von: Paul-Werner Schreiner IIm Folgenden werden einige Publikationen vorgestellt, die sich in unterschiedlicher Nuancierung mit einem der – wenn nicht dem – schwierigste