Suizidalität |
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In dem vorliegenden Band ist die Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention dokumentiert. Die Veranstalter hatten als Tagungsthema "Entstehungsbedingungen für Suizidalität" gewählt; es sollte darum gehen, am Ende des 2. Jahrtausends eine Bilanz zuziehen bezüglich des Wissens über die Entstehungsbedingungen von Suizidalität. Einschlägig in Sachen Suizidalität ausgewiesene Autoren stellten zu sechs Bereichen, in denen über die Entstehung von Suizidalität gearbeitet wird, den aktuellen Kenntnisstand dar: Biologie, Soziologie, Psychoanalyse, Lerntheorie, Psychiatrische, Psychopharmakologie. Die Beiträge des Buches sind in vier Abschnitte gegliedert:
- Biologische Aspekte - Neben evolutionsbiologischen Aspekten werden die neuen Erkenntnisse bezüglich der genetischen Grundlage von Suizidalität und der Stand der Diskussion in der Neurobiologie sowie die Möglichkeiten, mit Psychopharmaka zu intervenieren, referiert.
- Soziologische und lerntheoretische Aspekte - Nach einem interessanten Beitrag über Durkheims Denkmodell als Hintergrund soziologischer Suizidforschung werden verhaltenstheoretische Erklärungsmodelle sowie kognitive Bedingungsfaktoren suizidalen Verhaltens dargelegt.
- Psychodynamische Aspekte - Es werden Erklärungsmodelle der psychoanalytischen Aggressions- und Narzissmustheorie entfaltet und narzisstische Krisen als Entstehung von Suizidalität sowie Aspekte der Objektbeziehungstheorie dargestellt.
- Psychiatrische Krankheitsbilder - Das Krankheitsbild, in dessen Verlauf es besonders häufig zu suizidalen Handlungen komm, ist die Depression; zahlenmäßig deutlich weniger häufig, aber dennoch ein gewichtige Rolle spielen die Schizophrenie und affektive Psychosen. Den Persönlichkeitsstörungen ist ein eigener Beitrag gewidmet.
Der daten- und faktenreiche Band sollte überall vorhanden sein, wo Menschen betreut werden, die suizidgefährdet sind oder einen Suizidversuch unternommen haben.