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Suizidprävention im Alter (Rezension)

Suizidprävention im Alter (Schneider, B. et al. )Mabuse-Verlag, Frankfurt, 2011, 61 S., 19,90 €, ISBN 978-3-86321-003-8Rezension von: Paul-Werner Schreiner Wenn ein Mensch aktiv durch Selbsttötung aus dem Leben scheidet, ist dies immer schlimm - und zwar für alle Beteiligten, fü
25. Mai 2013 durch
Suizidprävention im Alter (Rezension)
Andreas Lauterbach

Suizidprävention im Alter (Schneider, B. et al. )

Mabuse-Verlag, Frankfurt, 2011, 61 S., 19,90 €, ISBN 978-3-86321-003-8

Rezension von: Paul-Werner Schreiner

Wenn ein Mensch aktiv durch Selbsttötung aus dem Leben scheidet, ist dies immer schlimm - und zwar für alle Beteiligten, für denjenigen, der den so aus dem Leben Geschiedenen findet, für die Angehörigen bzw. Bezugspersonen und schließlich für die Helfer, die nicht selten unter erheblichem Zeitdruck eine schwere Entscheidung treffen müssen.

Bei aller Unterschiedlichkeit der Beweggründe, die einen Menschen dazu führen, sich das Leben zu nehmen, wird der Suizid eines alten Menschen vielfach eher akzeptiert als der eines jungen Menschen. Alte Menschen sind, was vielfach wenig bekannt ist, am meisten suizidgefährdet. Suizidalität ist aber in allen Altersstufen beeinflussbar. Neben individuellen Therapiemöglichkeiten haben, so die Autoren in der Einführung, "alle Erfahrungen gezeigt, dass Information, Aufklärung und Schulung die wichtigsten Maßnahmen sind, um Suizidtodesfälle seltener werden zu lassen".

In der vorliegenden Publikation sind Informationsmaterialien über die Häufigkeit und die Ursachen des Alterssuizids zusammengestellt. Sie wurden zusammengestellt von der Arbeitsgemeinschaft Alte Menschen im Nationalen Suizidpräventionsprogramm für Deutschland. Das Material besteht in 52 Folien für ein Seminar von knapp 2 Stunden, die in der Printausgabe mit Quellenangaben und Erläuterungen vorliegen. Auf der mitgelieferten CD findet der Leser/Nutzer die Folien sowohl in einer Power-Point-Präsentation als auch als PDFs. Neben dem gesamten Seminar gibt es auf der CD auch noch einen deutlich gekürztes Basisseminar mit den wichtigsten Inhalten.

Die vorliegenden Materialien können für den Aus-, Fort- und Weiterbildungsbereich nur empfohlen werden.

Für die weitere Arbeit an dem Material wäre ein Wunsch zu äußern: Einer Ursache von Suizidalität wird nach Ansicht des Rezensenten generell zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet, nämlich der Angst, in die Klauen einer sich grenzenlos gebärdenden Medizin zu geraten. Nach wie vor wird in vielen Intensivstationen ein für jeden, der das Geschehen ohne die Scheuklappen des Medizinsystems betrachtet, erkennbar nicht zum Ziel einer restitutio ad integrum führender Kampf geführt, dessen Ende - für die Betroffenen fast immer eine Erlösung - leider noch immer von den Akteuren vielfach als Niederlage erlebt wird. Auch wenn dieses Problem, nicht zuletzt durch das Patientenverfügungsgesetz, mehr Aufmerksamkeit erlangt hat, sollte ihm im Zusammenhang mit dem Alterssuizid mehr Beachtung geschenkt werden. Menschen sind heute sehr wohl in der Lage, sich auch über medizinische Fakten zu informieren - und das wird für die alten Menschen der Zukunft im zunehmenden Maße gelten. Es sollte ein Verständnis dafür entstehen, dass ein alter Mensch die Grundmaximen einer Medizin für sich nicht akzeptiert, die ausschließlich auf Lebenserhalt ausgerichtet ist. Dieses Verständnis ist deshalb geboten, weil die Medizin inzwischen einfach zu viel kann.

Interdisziplinäre Perspektiven auf das Problem des Wachkomas (Rezension)
Interdisziplinäre Perspektiven auf das Problem des Wachkomas (Jox, Ralf J. et al. (Hrsg))W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2011, 168 S., Kt., 27,90 €, ISBN 978-3-17-021755-3Rezension von: Irmgard Hofmann M.A. (phil.) Der Albtraum vom Wachkoma - für viele Menschen gehört die Vorste