Autor*innen: Prof. Dr. Bieler , K. ; Dr. Beck, P. | Zeitschrift: Dr. med. Mabuse | Jahrgang: 51 | Heft: 2 | Seiten: 50 bis 52 | Erscheinung: 11.05.2026 | DOI: DOI: 10.3936/dmm_artid47763385
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Abstract
Krisen im Gesundheitswesen wirken weniger als Ausnahmezustände, sondern als Brenngläser bestehender struktureller und organisationskultureller Spannungen. Am Beispiel der stationären Langzeitpflege zeigt der Beitrag, wie pandemische Ausnahmesituationen und Reformprozesse, insbesondere das neue Personalbemessungsverfahren (PeBeM) auf historisch gewachsene Organisationskulturen und eingespielte Routinen treffen. Sichtbar werden dabei Konfliktmuster, die im organisationalen Alltag zwar stabilisierend befriedet, jedoch nicht institutionell bearbeitet wurden. Auf Grundlage organisationsund wissenssoziologischer Konzepte wird der Begriff der Konfliktmentalität eingeführt, der beschreibt, wie Organisationen kollektiv wahrnehmen, urteilen und handeln, wenn Spannungen auftreten. Empirische Befunde verdeutlichen, dass Konflikte unter Krisenbedingungen häufig nicht als organisationale Probleme erkannt, sondern individualisiert und als persönliche Belastung erlebt werden, während ihre strukturellen Ursachen unsichtbar bleiben. Der Beitrag argumentiert, dass organisationale Resilienz im Gesundheitswesen wesentlich davon abhängt, ob Konfliktfähigkeit institutionell ermöglicht und abgesichert ist
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