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Anerkennung, Vulnerabilität und verborgene pädagogische Potenziale: Die beruflichen Erfahrungen von Pflegepädagog*innen mit internationaler Geschichte in Deutschland

Co-Autor:innen: Jana Werner
Posterpräsentation
Ort: Posterausstellung 15.09.26, 11:22 - 15.09.26, 11:33 (Europe/Zurich) (11 Minuten)
Autor:in
Vivian Kironde Ladusch
LWGA Cottbus Pflegeschule

Beschreibung

Kurzzusammenfassung

Diese Masterarbeit untersucht die beruflichen Erfahrungen von Pflegepädagog*innen mit internationaler Geschichte im deutschen Pflegebildungssystem. Im Fokus stehen Anerkennung, Vulnerabilität und bislang wenig sichtbare pädagogische Potenziale. Auf Basis qualitativer Interviews werden Herausforderungen, Ressourcen und Implikationen für eine diversitätssensible Pflegebildung herausgearbeitet.

Einleitung

Diversität prägt zunehmend die pflegeberufliche Versorgung und Ausbildung in Deutschland. Gleichzeitig sind Pflegepädagog*innen mit internationaler Geschichte im deutschen Pflegebildungssystem bislang weitgehend unsichtbar, obwohl sie vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und wachsender Heterogenität eine bedeutsame Rolle für die Weiterentwicklung der Pflegebildung einnehmen können.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Studie untersucht, wie Pflegepädagog*innen mit internationaler Geschichte Anerkennung, Zugehörigkeit und Benachteiligung im beruflichen Alltag erleben, welche Bewältigungsstrategien sie entwickeln und welche Potenziale sie in die Ausbildung einbringen. Ziel ist es, empirisch Impulse für inklusive Personalentwicklung und eine diversitätssensible Pflegepädagogik zu gewinnen.

Methoden

Die qualitative Studie basiert auf sieben problemzentrierten Interviews nach Witzel (2000) mit Pflegepädagog*innen unterschiedlicher Herkunft, Altersgruppen und Berufserfahrungen. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker (2022) mit MAXQDA 2024.

Ergebnisse

Anerkennung wird vor allem durch Lernende erfahren, bleibt jedoch auf kollegialer und institutioneller Ebene häufig begrenzt. Sichtbar werden migrationsbezogene Zuschreibungen, Alltagsrassismus, Mikroaggressionen und strukturelle Mehrbelastungen. Gleichzeitig entwickeln die Befragten vielfältige Bewältigungsstrategien. Darüber hinaus zeigen sich zentrale pädagogische Potenziale, darunter Diversitätssensibilität, Vorbildfunktion, Mehrsprachigkeit und international geprägte Praxiserfahrungen.

Diskussion und Ausblick

Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit, institutionelle Anerkennungsstrukturen kritisch zu reflektieren und Pflegebildung diversitätssensibel weiterzuentwickeln. Erforderlich sind verbindliche Antidiskriminierungsmaßnahmen, diversitätssensible Curricula sowie institutionelle Unterstützungs- und Anerkennungsstrukturen.

Literatur:

Kuckartz, U. & Rädiker, S. (2022). Qualitative Inhaltsanalyse: Methoden, Praxis, Computerunterstützung: Grundlagentexte Methoden (5. Auflage). Grundlagentexte Methoden. Beltz Juventa.

Witzel, A. (2000). Das problemzentrierte Interview. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 1.

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