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Die Pflegebildungsreform mitgestalten: Herausforderungen, Reflexionen und Perspektiven
Beschreibung
Einleitung
Die Pflegeausbildungsreform stellt Pflegeschulen in Deutschland vor erhebliche Aufgaben. Insbesondere die Curriculumarbeit für alle Lernorte muss(te) sorgfältig vorbereitet und mit den Akteur*innen entwickelt werden. Zudem erfolgt die Reformumsetzung nicht stetig, sondern eher als „Wellenbewegung“, was Daten eines DFG-Projektes, die mehrphasig an Pflegeschulen seit 2022 erhoben wurden, zeigen. Das Gelingen von Reformen hängt nicht nur von Pflegelehrenden und ihren Teams ab, sondern wird auch maßgeblich durch institutionelle Rahmenbedingungen und (berufs-)politische Dimensionen in den Bundesländern beeinflusst.
Workshopziel
Der Workshop zeichnet den Reformumsetzungsprozess an einer Pflegeschule zwischen 2022 und 2026 empirisch nach, um den Teilnehmenden ein Reflexionsangebot für ihre eigenen Prozesse sowie ihre institutionellen und politischen Rahmenbedingungen zu unterbreiten. Vielschichtige Daten liefern die Grundlage für einen lebendigen Austausch, in dem Lehrende ihre Handlungsspielräume reflektieren und gemeinsam Strategien entwickeln, um sie zu einer aktiven Mitgestaltung von Reformprozessen einzuladen. Die Ergebnisse sind exemplarisch für ausbildungsbezogene Reformprozesse (siehe auch Pflegefachassistenz 2027 und darüber hinaus).
Projektbeschreibung
Das Projekt „Zur Transformation des professionellen Habitus von Pflegelehrenden“ beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Pflegeberufereform – konkret mit der Transformation habitualisierter Praktiken von Pflegelehrenden – und nimmt dabei (implizite) kollektive Wissensbestände in den Blick (Herzberg et al., 2024, 2026). Die Ergebnisse der qualitativen Studie belegen die Bedeutung habitualisierter Praktiken und zeigen, wie politische und strukturelle Rahmenbedingungen die Reformumsetzung begünstigen bzw. behindern können.
Workshopablauf
Nach der Vorstellung des Projekts und zentraler Erkenntnisse (15 Min) sowie einer Zusammenfassung der identifizierten Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Reformumsetzung (10 Min) erfolgt ein moderierter Austausch in Kleingruppen (45 Min). Die Teilnehmenden werden über ein Reflexionsangebot eingeladen, eigene Erfahrungen und Perspektiven zu Reformprozessen zu teilen. Leitend sind Impulse wie: Wie war/ist das bei unserer Schule? Wo finden wir uns in den Daten wieder? Welche Handlungsspielräume hatten wir/haben wir genutzt und warum (nicht)? In der Abschlussdiskussion (20 min) entwickeln die Teilnehmenden Strategien für ihre eigene Bildungspraxis.
Literatur
- Herzberg, H., Walter, A., Otte, A.‑S. & Dürrschmidt, A. (2024). Pflegen lehren – praxeologisch gesehen: Zwischenergebnisse aus einem DFG-Projekt. In U. Weyland & W. Koschel (Hrsg.), Aktuelle Ansätze und Forschungsbefunde zur beruflichen Bildung im Gesundheits- und Pflegebereich (S. 225–242). wbv Publikation. https://www.wbv.de/shop/Aktuelle-Ansaetze-und-Forschungsbefunde-zur-beruflichen-Bildung-im-Gesundheits-und-Pflegebereich-I74061
- Herzberg, H., Walter, A., Otte, A.‑S. & Dürrschmidt, A. (2026). Pflegepädagogisches Handeln – sozial-reflexive Könnerschaft als Perspektive? In (Im Erscheinen) Publikation im Rahmen der Jahrestagung der Sektion Berufs- und Wirtschaftspädagogik der DGfE 2024: 50 Jahre Zukunft: Paradigmen, Positionen und Perspektiven der Berufs- und Wirtschaftspädagogik. Dresden, 16.-18.09.2024, TU Dresden).