Zum Inhalt springen

CALD-Nurses empowern statt ausbremsen: IPQ als Innovationsarchitektur für Bildungsbiografien

Pre-Content-Vortrag
Autor:in
Melanie Slavici
Frankfurt University of Applied Sciences
Co-Autor:innen: Jule Marie Roßmeißl, Frankfurt University of Applied Sciences

Beschreibung

Die Profession Pflege steht angesichts demografischer Veränderungen, globaler Mobilität und komplexer Versorgungssituationen vor notwendigen und tiefgreifenden Transformationsprozessen. Während CALD-Nurses (culturally and linguistically diverse nurses) zunehmend zur Sicherung der pflegefachlichen Versorgung beitragen, eröffnen die Anerkennungsverfahren der Länder bislang nur beschränkte Lern- und Karrierewege. Akademische Kompetenzen, bereits im Herkunftsland erworben, bleiben dadurch weitgehend ungenutzt – es entsteht ein Bruch in Bildungsbiografien, der einer nachhaltigen und gerechten Fachkräfteentwicklung entgegensteht.  

Mit dem Pilotprojekt Innovative Pflegequalifizierung (IPQ) wurde ein hochschulischer Anpassungslehrgang entwickelt, der diese Lücke schließt. IPQ verbindet die staatlich regulierte Berufsanerkennung mit einem akademischen Zertifikatssystem (DAS/CAS, 30 ECTS) und schafft damit durchlässige, international anschlussfähige Bildungswege für CALD-Nurses. Der Ansatz kombiniert hochintegrierte Sprachförderung, reflexive Praxisphasen und die Validierung bereits vorhandener beruflicher und akademischer Kompetenzen.   

Der geplante Beitrag zeigt am Beispiel IPQ, wie gerechte und nachhaltige Weiterbildungswege gestaltet werden können – jenseits traditioneller Studienstrukturen. Es wird sichtbar, wie Hochschulen zu Gestalterinnen diversitätssensibler Lernräume werden, wie transnationale Kompetenzprofile in Curricula übersetzt werden können und wie modularisierte Zertifikate neue Anschlussmöglichkeiten für die wissenschaftliche Weiterbildung eröffnen.   

Wir schließen mit einem Ausblick auf zukünftige Lernwelten: Wie lassen sich Anerkennung, Professionalisierung und Weiterqualifizierung auch auf einem akademischen Abstraktionsniveau systematisch verzahnen? Und wie können solche Modelle langfristig dazu beitragen, faire, anschlussfähige und nachhaltige Bildungsbiografien in der Pflege zu ermöglichen? IPQ weist damit über die Zielgruppe internationaler Pflegefachkräfte hinaus und macht sichtbar, welches Potenzial modulare, flexible Weiterbildungsarchitekturen auch für jene eröffnen, die bislang keinen Zugang zu akademischen Qualifizierungswegen hatten.