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Digitale Souveränität in der Pflege als Ausdruck professioneller Haltung – Ergebnisse einer bundesweiten Online-Studie zu Reflexions- und Entwicklungspotenzialen

Vortrag
Ort: Raum 1 15.09.26, 14:45 - 15.09.26, 15:30 (Europe/Zurich) (45 Minuten)
Autor:in
Prof. Dr. Denny Paulicke
Health and Medical University (HMU) Potsdam
Co-Autor:innen: Prof. Dr. Manuela Zimmermann, Marilena Wilhelm, Prof. Dr. Andreas Schönfeld, Akkon Hochschule für Humanwissenschaften, ITAC
Referent:innen
Referentin 1

Beschreibung

Hintergrund und Fragestellung

Die digitale Transformation stellt Pflegefachpersonen nicht nur vor technologische, sondern insbesondere vor professionelle und reflexive Herausforderungen. Digitale Souveränität kann dabei als Ausdruck einer professionellen Haltung verstanden werden, die die selbstbestimmte, verantwortungsvolle und reflektierte Nutzung digitaler Technologien umfasst. Trotz zunehmender Relevanz liegen bislang nur wenige empirische Erkenntnisse zur Verknüpfung von Haltung, Reflexionsfähigkeit und digitaler Souveränität im pflegerischen Kontext vor. Die vorliegende Studie untersucht daher, wie Pflegefachpersonen ihre digitale Souveränität einschätzen und inwiefern sich dabei Hinweise auf reflexive Kompetenzen und professionelle Haltungen im Umgang mit digitalen Technologien zeigen.

Methode

Im Zeitraum von Oktober bis November 2024 wurde eine bundesweite Online-Befragung durchgeführt. Die Rekrutierung erfolgte über diverse digitale Kanäle mit Unterstützung eines des Fachverlags Springer Nature. Der Fragebogen basierte auf dem Instrument „Digital Competence of Nurses“ (Golz et al., 2024) und wurde um Aspekte der Haltung und reflexiven Auseinandersetzung mit digitalen Technologien ergänzt. Erhoben wurden Einschätzungen zu Wissen, Fähigkeiten sowie Einstellungen und reflexiven Bewertungsprozessen. Die Auswertung erfolgte deskriptiv mittels SPSS.

Ergebnisse

Insgesamt konnten n=226 vollständige Datensätze analysiert werden. Die Stichprobe umfasst ein breites Spektrum pflegerischer Tätigkeitsfelder, insbesondere in der direkten ausgeprägte Offenheit gegenüber digitalen Technologien sowie hohe Selbsteinschätzungen in Bezug auf Wissen und Fähigkeiten. Gleichzeitig wird deutlich, dass die reflektierte Integration digitaler Anwendungen in patient*innennahe Versorgungssituationen zurückhaltender bewertet wird. Dies deutet auf bestehende Unsicherheiten im Transfer sowie auf Spannungsfelder zwischen technologischem Potenzial und professioneller Haltung hin.

Schlussfolgerung und Implikationen für die Praxis

Die Ergebnisse unterstreichen, dass digitale Souveränität nicht allein als Kompetenzbündel, sondern als Ausdruck einer reflexiven professionellen Haltung zu verstehen ist. Bildungsangebote sollten daher gezielt Räume für Reflexion eröffnen, in denen Pflegefachpersonen ihre Einstellungen, Werte und Handlungsmuster im Umgang mit digitalen Technologien kritisch hinterfragen und weiterentwickeln können. Transformative Lernformate können dazu beitragen, digitale Souveränität nachhaltig im Sinne einer reflektierten Praxis zu stärken.