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Diversitätskompetenz in den Curricula pflegewissenschaftlicher Studiengänge
Eine Analyse im Projekt CuPiD
Beschreibung
Einleitung
Diversität prägt die bundesdeutsche Gesellschaft und somit das deutsche Gesundheitswesen (Tepecik 2025). Diese Vielfalt der Herkünfte, Identitäten und Lebenskonzepte spiegelt sich zunehmend in der Patient*innen- sowie der Mitarbeitendenstruktur wider. Allerdings sind Personen, die bestimmten (Minderheiten-)Gruppen angehören, häufig von Diskriminierung betroffen, was zu „Minoritätenstress“ (Spahn & Hackbart, 2020) und zur Meidung medizinischer Angebote führen kann. Eine Schlüsselfunktion kommt der Diversitätskompetenz aller Gesundheitsberufe zu: Sie sensibilisiert für eigene Anteile an ausgrenzenden Strukturen und befähigt zur diskriminierungssensiblen Interaktion (Babitzsch, Götz & Zeitler, 2020). Trotz wachsender Bedeutung ist die systematische curriculare Vermittlung der Diversitätskompetenz in pflegewissenschaftlichen Studiengängen bislang ein Desiderat.
Hintergrund und Zielsetzung und Methode
Hier setzt das Projekt CuPiD (Curriculumanalyse, Pflegewissenschaft inklusive Diversität) an und untersucht mit Hilfe einer systematischen Curriculumanalyse, wie Diversitätskompetenz in pflegewissenschaftlichen Hochschulcurricula in Deutschland dargestellt und hochschuldidaktisch umgesetzt wird.
Ergebnisse
Die Analyse hat ergeben, dass die Ansiedlung der pflegewissenschaftlichen Kulturen innerhalb der hochschulischen Strukturen mit ihren unterschiedlichen (Teil-)Disziplinen und Wissenschaftsverständnissen einen erheblichen Einfluss auf die Implementation diversitätsbezogener Inhalte hat. Einige Curricula bleiben ganz ohne jede Erwähnung diversitätsbezogener Lernziele oder Kompetenzen oder Inhalte.
Die Analyse hat ebenfalls gezeigt, dass häufig die Dimensionen Interkulturalität, Alter und Gender adressiert werden, wenn Diversitätsbezüge im Curriculum dargestellt werden. Zudem konnten Leuchtturmcurricula mit konkreter didaktischer Darstellung der Komplexität des Themas Diversität identifiziert werden. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass eine eindeutige Positionierung zur Integration und Umsetzung von Diversitätskompetenz sowohl in den die Curricula begleitenden Texte als auch in den Modulen verdeutlich wird.
Diskussion und Ausblick
Ein eindeutiges Bekenntnis zur Anerkennung der Diversität als gesellschaftskonstituierend schlägt sich ebenfalls in den Modulbeschreibungen nieder. Hier bleibt abzuwarten, inwiefern diese guten Umsetzungsbeispiele ihre Wirkung auf andere Standorte entfalten können.
Literatur
- Babitzsch, B., Götz, N.-A. & Zeitler, Julia (2016). Gender und Gesundheit. In M. Jungbauer-Gans & P. Kriwy (Hrsg.). Handbuch Gesundheitssoziologie. (S. 215-233). Springer VS.
- Tepecik, E. (2025). Das erste Diversity Audit Kunst & Kultur: Potenziale und Herausforderungen für den Kulturbetrieb. Online: https://www.kubi-online.de/artikel/erste-diversity-audit-kunst-kultur-potenziale-herausforderungen-den-kulturbetrieb
- Spahn, A. & Hackbart, M. (2020). Die gesundheitliche Lage von queeren Personen – eine Bestandsaufnahme von Einflussfaktoren. In: Hackbart, Marcel (Hrsg.), Gesunde Vielfalt pflegen. Zum Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Gesundheit, Pflege und Medizin (S. 81-89). Edition Waldschlösschen Materialien Heft 26