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KiJu – Fähig und anerkannt in der Pflege von Kindern und Jugendlichen durch postgraduelle Qualifikation

KiJu – Praxisbericht zur Umsetzung der Spezialisierungsweiterbildung für die Pflege von Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen nach dem Konzept der fallorientierten Didaktik

Posterpräsentation
Ort: Posterausstellung 15.09.26, 11:10 - 15.09.26, 11:20 (Europe/Zurich) (10 Minuten)
Autor:in
Jennifer Wellensiek
EVKB Bielefeld Bethel
Referent:innen
Referentin 1

Beschreibung

Einleitung

Mit der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung und der wachsenden Bedeutung spezialisierter Kompetenzprofile durch steigende Komplexität rückt die Weiterbildung für die Pflege von Kindern und Jugendlichen stärker in den Fokus (von Gahlen-Hoops & Busch, 2023). Ziel ist es, Pflegende für komplexe pädiatrische Versorgungssituationen zu qualifizieren und die Qualität der Versorgung nachhaltig zu sichern.

Hintergrund und Motivation

Der hier vorgestellte Beitrag beschreibt ein Best-Practice-Beispiel zur Umsetzung der neuen Spezialisierungsweiterbildung nach Weiterbildungsordnung in Nordrhein-Westfalen, das auf dem didaktischen Konzept der fallorientierten Didaktik (FOL) basiert. Die spezialisierte Pflege von Kindern und Jugendlichen erfordert fundierte fachliche, methodische und reflexive Kompetenzen. 

Beschreibung des Projekts

In der Fort- und Weiterbildung des EVKB und des Kinderzentrums in Bielefeld Bethel, wurde im Rahmen der Umsetzung Spezialisierungsweiterbildung „Pflege von Kindern und Jugendlichen“ der Pflegekammer NRW ein didaktisches Konzept umgesetzt, das sich an der fallorientierten Didaktik (FOL) orientiert. Ziel war es, Theorie und Praxis so zu verbinden, dass Lernende komplexe Versorgungssituationen systematisch in vier Schritten analysieren, pflege- und bezugswissenschaftlich begründet handeln und ihr Tun kritisch reflektieren können.

Der Praxisbericht beschreibt die konkrete Umsetzung dieses Ansatzes in einem Weiterbildungskurs, der KiJu über 360 Theoriestunden in 12 Monaten. Zentrale Elemente sind fallbasierte Lernarrangements, kollegiale Fallberatungen, Expertenvorträge, simulationsbasierte Lehre und strukturierte Praxis-Transferaufträge.

Kritische Reflexion

Die enge Kooperation zwischen Lehrenden, Praxisanleitenden und Träger ermöglichte eine kontinuierliche Begleitung des Konzeptionsprozesses und unterstützte den Theorie-Praxis-Transfer.

Erfahrungen aus der Durchführung in der pflegerischen Grundausbildung zeigen, dass die FOL den Erwerb klinischer Entscheidungskompetenz und Reflexionsfähigkeit stärkt (Bertram, 2022). Teilnehmende erleben ein hohes Maß an Praxisnähe und Selbstwirksamkeit, während Lehrende den didaktischen Zugewinn durch vertieftes Fallverständnis betonen. Herausforderungen bestehen vor allem in der zeitlichen Abstimmung zwischen Theorie- und Praxiseinheiten.

Ausblick

Der Bericht verdeutlicht, dass die fallorientierte Didaktik ein wirksames Instrument zur Kompetenzentwicklung in postgraduellen Weiterqualifikation darstellt und Impulse für die Gestaltung innovativer Lernwelten in der beruflichen Pflegebildung bietet.

Literatur

  • Bertram, M. (2022). Was ist denn jetzt die richtige Lösung? Ein Beispiel fallorientierten Lernens in der Pflegeausbildung. In PADUA 2022, 17 (4), S.209-214. Hogrefe.
  • Bildungsausschuss Pflegekammer NRW (Hrsg.) (30.11.2023). Begründungsrahmen WBO. Verfügbar unter: https://www.pflegekammer-nrw.de/bildung-und-anerkennung/weiterbildungsordnung/#downloads
  • von Gahlen-Hoops, W. & Busch, J. (Hrsg.) 2023. Hochkomplexe Pflege von Kindern und Jugendlichen: Ein Weiterbildungscurriculum für Pflegeberufe (Vol. 2). transcript Verlag. [online 30.03.2026] Verfügbar unter: https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/89189/ssoar-2023-gahlen-hoops_et_al-Hochkomplexe_Pflege_von_Kindern_und.pdf?sequence=1&isAllowed=y&lnkname=ssoar-2023-gahlen-hoops_et_al-Hochkomplexe_Pflege_von_Kindern_und.pdf.