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Konzeptentwicklung zur strukturierten und systematischen Durchführung der praktischen Ausbildung in der Ergotherapie
Beschreibung
Einleitung
Die derzeit geltenden Gesetze für die Ergotherapieausbildung sind veraltet und halten für die praktische Ausbildung kaum Bestimmungen bereit. Durch den Föderalismus zeigen sich zudem gravierende Unterschiede bei der Durchführung der praktischen Ausbildung, da sich in den Regelungen auf Länderebene keine Konkretisierungen zur konkreten Ausgestaltung der Praxisbegleitung wiederfinden, z.B. zum Umfang oder Ziel der Begleitung (Weyland & Kaufhold, 2019).
Zielsetzung
Um diesen Missständen zu begegnen, wurde ein umfangreiches Konzept zur grundlegenden Strukturierung und Systematisierung der praktischen Ausbildung in der Ergotherapie entwickelt.
Methoden
In einem Mixed-Method-Design (Literaturrecherche, Online-Befragung aller an der praktischen Ausbildung beteiligten Akteure, begleitende Expert:innen-Interviews) wurden die Bedarfe für ein solches Konzept erhoben und dieses entwickelt.
Ergebnisse
Es ist ein Leitfaden entstanden, der den Anforderungen des aktuellen Paradigmas in der Ergotherapie entspricht und die Qualität in der praktischen Ausbildung sicherstellt. Das Konzept umfasst fünf Säulen:
- Zeitliche Einordnung der praktischen Ausbildung in die Gesamtausbildung
- Modularisierung
- Kompetenzorientierung
- Aufgabendefinition der Akteure
- Ablauf der Praxiseinsätze
Alle Säulen werden ausführlich beschrieben und Praxisinstrumente (Leitfäden, Checklisten etc.) sichern den Transfer des Konzeptes in die Ausbildungspraxis. Einige der entwickelten Elemente strukturieren die Ausbildung grundlegend, wie z.B. Dokumente zur Planung des zeitlichen Ablaufes der praktischen Ausbildung in der Gesamtausbildung oder zu dessen Modularisierung. Andere Elemente befassen sich mit der Umsetzung der Praxiseinsätze, wie z.B. die Definition des Ablaufes der einzelnen Einsätze, Praxisinstrumente zur Durchführung von Gesprächen oder zur Bewertung von Prüfungsleistungen.
Diskussion und Ausblick
Das Konzept kann durch das „Baukasten-Prinzip“ in einzelnen Elementen eingesetzt und so in allen Bildungseinrichtungen angewandt werden. Es erhebt den Anspruch, in der Ergotherapie erstmalig die praktische Ausbildung grundlegend zu strukturieren und systematisieren. Die Fach-/Hochschulen und Praxisanleitenden haben nun einen Leitfaden zur Orientierung, wodurch ein Mindestmaß an Qualität in der praktischen Ausbildung sichergestellt und eine gerechte Ausbildung ermöglicht wird.
In diesem Vortrag wird das Konzept in seinen Grundzügen vorgestellt und beispielhaft Praxisinstrumente daraus präsentiert.
Literatur
- Weyland, U. & Kaufhold, M. (2019). Lernorte und Lernortkooperation im Kontext der Ausbildung. In B. Klemme, U. Weyland & J. Harms (Hrsg.), Praktische Ausbildung in der Physiotherapie (S. 81-89). Thieme.