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Patientensicherheit im Pflegestudium: Validierung des deutschen Health Professional Education in Patient Safety Survey (H-PEPSS)

Vortrag
Ort: Raum 2 14.09.26, 11:30 - 14.09.26, 12:15 (Europe/Zurich) (45 Minuten)
Autor:in
Marten Schmied
fhg – Zentrum für Gesundheitsberufe Tirol
Co-Autor:innen: Wolfgang Buchberger, UMIT Tirol; Magdalena Hoffmann, Christine Schwarz-Martelanz, MedUni Graz; David Schwappach, Uni Bern; Gerald Sendlhofer, MedUni Graz; Gerhard Müller, UMIT Tirol
Referent:innen
Referentin 1

Beschreibung

Einleitung

Patientensicherheit ist zentral für die Versorgungsqualität, wird jedoch in Curricula der Gesundheitsberufe oft unzureichend vermittelt. Zur systematischen Erfassung entsprechender Kompetenzen fehlen im deutschsprachigen Raum geeignete Instrumente. Der Health Professional Education in Patient Safety Survey (H‑PEPSS) misst sozio‑kulturelle Patientensicherheitskompetenzen, lag jedoch bislang nicht auf Deutsch vor.

Hintergrund und Zielsetzung

Ziel war die Übersetzung, kulturelle Adaption und Konstruktvalidierung einer deutschen Version des H‑PEPSS (H‑PEPSS‑G) für die Pflegeausbildung in Österreich. Explorativ sollte untersucht werden, wie sich die Items im deutschsprachigen Kontext faktoriell organisieren.

Methoden

Die Adaption erfolgte nach ISPOR‑Standards (Forward/Back‑Translation, Harmonisierung, kognitives Debriefing). Eine österreichweite Querschnittsbefragung unter Pflegestudierenden der letzten Semester wurde durchgeführt (N=311). Die 16 Kernitems wurden mittels Hauptkomponentenanalyse (PCA, Promax‑Rotation) analysiert. KMO und Bartlett‑Test prüften die Eignung; eine Monte‑Carlo‑Parallelanalyse ergänzte die Faktorbestimmung. Reliabilität wurde über Cronbach’s α bzw. Spearman–Brown ermittelt.

Ergebnisse

Die Stichprobe war für Faktorenanalysen sehr gut geeignet (KMO=.887; p<.001). Die PCA ergab eine klar interpretierbare Vier‑Faktoren‑Lösung (66,5 % erklärte Varianz): Kommunikation & Teamarbeit, Risikowahrnehmung & Problemlösung, Sicherheits‑ & Organisationskultur sowie Menschliche & Systemfaktoren. Faktorladungen lagen zwischen .55 und .92; die interne Konsistenz war über alle Faktoren gut (α=.806–.854; Spearman–Brown=.870). Deskriptiv zeigten sich hohe Werte bei klinischen Sicherheitsaspekten (M=4.23; Händehygiene M=4.69) und niedrigere bei interprofessionellen Konflikten (M=3.16). Kommunikation & Teamarbeit war der am schwächsten bewertete Kernfaktor. 

Diskussion und Ausblick

Die Studie liefert erste Evidenz für die interne Konsistenz der Vier‑Faktoren‑Struktur des H‑PEPSS‑G. Die Zusammenführung kommunikations‑ und teambezogener Items erscheint im Ausbildungskontext plausibel. Künftig sollten weitere konfirmatorische Analysen sowie Untersuchungen in klinischen Lernsettings erfolgen. Das H‑PEPSS‑G bietet eine praktikable Grundlage zur systematischen Erfassung von Patientensicherheitskompetenzen und zur curricularen Weiterentwicklung.

Literatur

(Kurzformat für Abstracts; vollständige Liste im Manuskript verfügbar.)

  • Ginsburg L. et al. (2012): The H‑PEPSS: an instrument to measure health professionals' perceptions of patient safety competence at entry into practice. BMJ Quality & Safety, 21(8): 676–684.
  • Wild D. et al. (2005): Principles of Good Practice for the Translation and Cultural Adaptation Process for Patient‑Reported Outcomes Measures. Value in Health, 8(2): 94–104.
  • Taskiran G., Eskin Bacaksiz F., Harmanci Seren A.K. (2020): Psychometric testing of the Turkish version of the Health Professional Education in Patient Safety Survey (H‑PEPSS‑TR). Nurse Education in Practice, 42: 102640.