Zum Inhalt springen

Potentiale, Personas und partizipative Prozesse – Simulationslehre im Wandel

Aktuelle Arbeitsergebnisse der interdisziplinären Nachwuchsforschungsgruppe MILE

Posterpräsentation
Ort: Posterausstellung 15.09.26, 11:30 - 15.09.26, 11:40 (Europe/Zurich) (10 Minuten)
Autor:in
Saskia Junge
Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
Co-Autor:innen: Severin Göbel-Groß, Manuel Hinz, Jimmy Orawetz, Lilly Bernhardt, Katharina Bellinger, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
Referent:innen
Referentin 1

Beschreibung

Das Pflege-Studiums-Stärkungsgesetz hat neue Anforderungen an die Pflege formuliert, wodurch zusätzliche Schwerpunktsetzungen zur Übernahme heilkundlicher Tätigkeiten (Fachkommission § 53 Pflegeberufegesetz, 2022) erwartet werden. Dies erfordert neue Kompetenzen, die in der Hochschullehre nachhaltig zu vermitteln sind.

Einen speziell darauf ausgelegten Lernort stellt das Simulationslabor (SimLab) der Evangelischen Hochschule Dresden dar. Hier zeigt sich, wie moderne Lehre in der Pflege aussehen kann: hochtechnisiert, immersiv und offen für selbstbestimmtes Lernen. Nach ersten Jahren des Einsatzes wird es nun relevant, die Lernumgebung zu untersuchen, um mögliche Weiterentwicklungen und Potentiale zu erschließen. In der

Nachwuchsforschendengruppe MILE erarbeiten Forschende aus Hochschuldidaktik, Informatik, Pflegewissenschaft und Design interdisziplinär Lösungen für das zukünftige, durch moderne Technologien unterstützte Lernen in dieser Umgebung. Wie lassen sich Lern-Szenarien für die Pflege mit hybrider und immersiver Simulation gestalten? Und welche Rolle spielt die Entwicklung klinischer, sozialer und kommunikativer Kompetenzen?

Mithilfe von partizipativen Methoden aus Design Research, Interviews und teilnehmenden Beobachtungen mit Akteur*innen im SimLab können die verschiedenen Perspektiven auf den Lernort erhoben, ausgewertet und für die bedürfnisorientierte Weiterentwicklung genutzt werden. Methoden der Biografieforschung helfen dabei, authentische Handlungssituationen (Walter, 2015) zu gestalten sowie die gesellschaftliche Vielfalt abzubilden, um Studierende bestmöglich auf ihr späteres Arbeitsumfeld vorzubereiten. Ansätze für die Implementation in konkrete Formate für das SimLab reichen dabei von der Erstellung neuer Szenarien bis zur Echtzeitkommunikation mit KI-basierten Patientenpersonas.

MILE stößt einen partizipativen Prozess an, der etablierte Rollenverteilungen aufweicht und zu selbstbestimmtem Lernen einlädt. Damit werden nicht nur fachlich wichtige Kompetenzen vermittelt, sondern auch demokratische Prozesse innerhalb der Lehre gestärkt. Auf einem Poster sollen erste Erkenntnisse des interdisziplinären Forschungsprozesses dargestellt werden. Das Projekt leistet einen Beitrag zur ganzheitlichen Betrachtung der immersiven Simulationslehre und des Lernortes Simulationslabor an sich.

Literatur