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C'est la vie! Ambiguitätstoleranz – Eine unverzichtbare Kernkompetenz Lehrender.
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"Nur noch schnell die Welt retten"- Konzept zur Stärkung der Berufsidentität in der Pflegeausbildung
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Fortbildungserfolg von Digitalisierungsmanager:innen in Arztpraxen – Eine 1,5-Jahres-Follow-Up-Studie
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Sprachförderung in der Pflegefachassistenzausbildung
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Simulation: Zwischen beruflicher Handlungskompetenz und Bildung
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Haltung zeigen statt schweigen - Professioneller Umgang mit sexueller Belästigung in der Ausbildung zur Pflegefachperson
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Herzensangelegenheit: Palliative Versorgungsqualität im kardiologischen Setting neu denken- Implementierung der Peaceful End-of-Life Theory
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Teamteaching in der hochschulischen Pflegebildung: Didaktische Zugänge für gerechte und perspektivenerweiternde Lernräume
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Stärkung der professionellen Identitätsbildung in der medizinischen Ausbildung durch reflektierende und praxisorientierte Hinweise
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Die Herausbildung eines professionellen Habitus als blinder Fleck der Ergotherapiebildung – vom hidden Curriculum zur didaktischen Bearbeitung
Beschreibung
Die Ergotherapie ist durch eine spezifische Ausrichtung auf Teilhabe, Alltagsorientierung und subjektbezogene Handlungsfähigkeit geprägt (WFOT, 2021). Damit steht im Fokus, wie Menschen ihr Leben selbstbestimmt und sozial eingebunden gestalten können. Professionelles Handeln ist folglich grundlegend interpretativ, relational und normativ: Entscheidungen entstehen im Umgang mit komplexen, oft widersprüchlichen Anforderungen und lassen sich nicht auf standardisierte Lösungen reduzieren.
Aus diesen Leitprinzipien ergibt sich ein spezifischer Anspruch an Professionalisierung. Wenn professionelles Handeln auf Deutung, Abwägung und Positionierung beruht, erfordert es die Herausbildung entsprechender Wahrnehmungs-, Deutungs- und Handlungsmuster – also eines ergotherapeutischen Habitus (Bourdieu, 1987). Professionalisierung ist damit als mehrdimensionaler Entwicklungsprozess zu verstehen, der bereits in der Ausbildung beginnt.
In der Ergotherapiebildung vollzieht sich diese Habitusbildung jedoch zu einem erheblichen Teil im hidden curriculum resp. in impliziten Lernprozessen, wenngleich die leitenden Prinzipien programmatisch adressiert werden. Damit bleibt ein zentraler Bestandteil von Professionalisierung sowohl als individuelle Entwicklungsdimension als auch als Teil kollektiver Professionalisierungsprozesse (Mieg, 2016) in Teilen unerschlossen.
Der Beitrag plädiert daher für eine gezielte didaktische Bearbeitung dieser Habitusbildung, z.B. indem (1) die Haltung und normative Orientierung explizit zum Gegenstand gemacht werden, (2) über fallbasierte und erfahrungsorientierte Zugänge Ambiguität und Entscheidungsanforderungen erfahrbar gemacht werden und (3) durch strukturierte Reflexionsformate die Auseinandersetzung mit eigenen Wahrnehmungs-, Deutungs- und Handlungsmustern sowie impliziten Normen angestoßen werden.
Damit wird Professionalisierung als gestaltbarer Prozess sichtbar, in dem die Herausbildung eines professionsbezogenen Habitus nicht dem hidden curriculum überlassen bleibt, sondern bewusst didaktisch aufgegriffen und bearbeitbar gemacht wird. Die Ergotherapie fungiert so zugleich als Impulsgeberin für berufspädagogische Diskurse und als Profession, die ihre eigenen Leitprinzipien im Rahmen von Bildungsprozessen reflexiv einlösen muss.
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