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Ethische Kompetenzentwicklung für die digitale Transformation der Pflege

Co-Autor:innen: Susann Zawatzki; Hannah Dinklage; Patrick Jahn
Workshop
Freie Plätze: 30
Ort: Workshopraum 2 14.09.26, 16:00 - 14.09.26, 17:30 (Europe/Zurich) (1 Stunde 30 Minuten)
Workshop-Anmeldung
Noch 30 freie Plätze
Autor:in
Bernhard Kraft
1 AG Versorgungsforschung | Pflege im Krankenhaus, Department für innere Medizin, Medizinische Fakultät, Universitätsmedizin Halle (Saale), Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale), Deutschland 2 Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Profilzentrum Gesundheitswissenschaften, Medizinische Fakultät, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Magdeburger Straße 8, 06112 Halle (Saale), Deutschland

Beschreibung

Die Digitalisierung und der zunehmende Einsatz digitaler Assistenzsysteme in der Pflege werfen komplexe ethische, gesellschaftliche und politische Fragestellungen auf. Pflegefachpersonen und insbesondere Lehrende stehen vor der Herausforderung, diese Entwicklungen nicht nur fachlich, sondern auch ethisch reflektiert zu begleiten und eine entsprechende Haltung zu vermitteln. Der Workshop adressiert diese Anforderungen, indem er Verantwortung und Haltung im gesellschaftlichen Diskurs zur Digitalisierung in der Pflege in den Mittelpunkt stellt.

Anhand ausgewählter Fallbeispiele unter Anwendung strukturierter Reflexionsinstrumente (MEESTAR, Prinzipienethik nach Beauchamp & Childress) wird aufgezeigt, wie eine ethisch reflexive Haltung entwickelt und didaktisch gefördert werden kann. Ziel ist es, Lehrende zu befähigen, digitalisierungsbezogene Debatten kritisch zu reflektieren, fachliche Expertise mit ethischer Urteilsfähigkeit zu verbinden und Lernende sowie Pflegeempfänger:innen souverän im Diskurs zu begleiten.

Dieser Workshop beschäftigt sich mit der Vermittlung und Förderungen ethischer Kompetenzen von Pflegefachpersonen. Zunächst soll in das Thema Digitalisierung in der Pflege eingeführt werden. Anschließend sollen ethische Evaluationsmodelle aufgezeigt werden. In der anschließenden Arbeitsphase werden in drei Gruppen ethische Falldiskussionen entlang des Reflexionsmodells (Rabe) durchgeführt.  

 

Lernziele

  • Die Teilnehmenden kennen zentrale digitale Technologien und Assistenzsysteme, die im Pflegekontext eingesetzt werden können.
  • Die Teilnehmenden verstehen die ethischen Fragestellungen und Spannungsfelder, die sich aus der Digitalisierung in der Pflege ergeben.
  • Die Teilnehmenden kennen grundlegende ethische Bewertungsmodelle, insbesondere die Prinzipienethik nach Beauchamp & Childress sowie das MEESTAR-Modell.
  • Die Teilnehmenden können ethische Fragestellungen anhand konkreter Fallbeispiele aus der digitalisierten Pflegepraxis reflektieren.

 

Workshopablauf

Einstieg & Zielklärung (10 Minuten)

  • Kurzimpuls: „Digitalisierung in der Pflege – eine ethische Herausforderung?“
  • Leitfrage: Welche Verantwortung tragen Pflegefachpersonen und Lehrende im gesellschaftlichen Diskurs zur Digitalisierung?

 

Input I: Digitalisierung in der Pflege (15 Minuten)

  • Digitalisierung in der Pflege
  • Vorstellung unterschiedlicher digitaler Technologien für den Bereich der Pflege

 

Input II: Ethische Bewertungsmodelle (15 Minuten)

  • Prinzipienethik nach Beauchamp & Childress
  • MEESTAR-Modell

 

Praxisphase: Fallarbeit – anhand des Reflexionsmodells (Rabe) reflektieren (30 Minuten)

  • Methode: Gruppenarbeit (3 Gruppen)
  • Workshop-Format: 3 Fallbeispiele
  • Beispiele: 1) Digitale Beschäftigungsangebote im Pflegeheim 2) Serviceroboter zur Essens- und Medikamentenverteilung 3) Monitoring-System bei alleinlebenden Pflegebedürftigen
  • Arbeitsauftrag: Entwickeln Sie eine ethisch reflektierte Position, die Sie später gegenüber Lernenden, Pflegeempfänger:innen und Angehörigen vertreten könnten, durch die ethische Analyse eines konkreten Fallbeispiels.
  • Ziel: Förderung ethisch reflexiver Haltung

 

Präsentation & Diskussion (20 Minuten)

  • Kurzpräsentationen + Plenumsdiskussion
  • Leitfragen: 1) Wo lagen die größten ethischen Spannungsfelder? 2) Welche Normen und Werte waren besonders relevant? 3) Wie lässt sich diese Reflexion didaktisch an Lernende vermitteln? 4) Inwieweit beeinflusst die gelenkte Reflexion die ethische Haltung?

 

Ziel des Workshops

Die Teilnehmenden sollen durch gelenkte Reflexion ihre ethische Kompetenz weiterentwickeln und lernen, die Vermittlung ethischer Kompetenz kritisch zu reflektieren. Im Fokus steht dabei insbesondere die Förderung der ethischen Urteilsfähigkeit sowie die Entwicklung einer reflektierten ethischen Haltung gegenüber der Digitalisierung in der Pflege.

 

Literaturhinweise

Deutscher Ethikrat (Ed.). (2020). Robotik für gute Pflege: Stellungnahme. https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publikationen/Stellungnahmen/deutsch/stellungnahme-robotik-fuer-gute-pflege.pdf

Manzeschke, A., Weber, K., Rother, E., & Fangerau, H. (2013). Ergebnisse der Studie "Ethische Fragen im Bereich Altersgerechter Assistenzsysteme". VDI.

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