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Macht, Sprache und Narrative im Gesundheitswesen
„Pflegenotstand“, „Migrationshintergrund“, „Effizienz“ – wie Sprache (Gesundheits-) Politik macht
Beschreibung
Einleitung
Sprache ist kein neutrales Abbild der Wirklichkeit, sondern ein zentrales Medium gesellschaftlicher Macht- und Aushandlungsprozesse. Diskurse strukturieren, was sagbar, denkbar und wer politisch handlungsfähig ist (Foucault, 1974). Begriffe wie „Pflegenotstand“, „Migrationshintergrund“ oder „Effizienz“ prägen gegenwärtige Debatten über das Gesundheitswesen und fungieren als Deutungsrahmen, die politische Entscheidungen, institutionelle Steuerungsmechanismen sowie professionelle Selbstverständnisse maßgeblich beeinflussen. Insbesondere im Kontext von Ökonomisierung und Krisendiskursen gewinnen solche Narrative eine normative und legitimierende Funktion (Vogd & Slotala, 2018).
Zielsetzung
Ziel des Beitrags ist es, für die Wirkmacht sprachlicher Narrative im Gesundheits- und Bildungsdiskurs zu sensibilisieren. Der Beitrag verfolgt das Anliegen, dominante Deutungsrahmen sichtbar zu machen, ihre impliziten Annahmen kritisch zu reflektieren und ihre Auswirkungen auf Ausbildung, Berufsidentität und professionelle Handlungsspielräume zu analysieren. Sprachkritik wird dabei als zentrale Dimension professioneller Bildung verstanden (Keller, 2011).
Inhaltliche Schwerpunkte
Im Zentrum steht die Analyse zentraler Begriffe und Narrative, die den öffentlichen und institutionellen Diskurs über Pflege und Gesundheit strukturieren. Gefragt wird danach, welche Akteure diese Narrative prägen, wessen Perspektiven Gehör finden und welche Erfahrungen systematisch marginalisiert oder unsichtbar bleiben. Analysiert werden u. a. mediale Berichterstattung, gesundheitspolitische Dokumente, Gesetzestexte sowie Leitlinien aus dem Gesundheits- und Bildungsbereich. Dabei wird aufgezeigt, wie Narrative zur Stabilisierung ökonomischer Logiken beitragen und berufliche Rollenbilder sowie professionelle Identität beeinflussen (Slotala, 2020; Vogd, 2016).
Methodischer Zugang
Methodisch basiert der Beitrag auf Ansätzen der Kritischen Diskursanalyse, die Sprache als soziale Praxis versteht und deren macht- und wissensproduzierende Effekte untersucht (Fairclough, 2010; Wodak & Meyer, 2016). Exemplarische Textanalysen dienen dazu, diskursive Muster, Metaphern und Argumentationslogiken herauszuarbeiten. Aufbauend darauf werden alternative Narrative entwickelt, die andere Deutungen von Pflege, Gesundheit und Professionalität ermöglichen. Ergänzend wird eine diskriminierungskritische Perspektive eingenommen.
Relevanz für Bildung und Praxis
Der Beitrag leistet einen Beitrag zur professionsbezogenen Bildungsarbeit, indem er Sprachsensibilität als Schlüsselkompetenz im Gesundheitswesen positioniert. Die Ergebnisse werden auf Unterrichts- und Curriculumentwicklung übertragen und zeigen auf, wie reflexive Sprachkritik zur Stärkung professioneller Urteils- und Handlungskompetenz beitragen kann (Keller et al., 2018).
Workshops:
Einleitung
Der Workshop führt in die Bedeutung von Sprache als machtvolles Gestaltungsinstrument im Gesundheitswesen ein. Aufbauend auf diskurstheoretischen Grundlagen werden Teilnehmende für die politischen und pädagogischen Implikationen alltäglicher Begriffe sensibilisiert (Foucault, 1974).
Beschreibung des Projekts
Der Workshop basiert auf einem diskursanalytischen Ansatz zur Untersuchung zentraler Narrative im Gesundheits- und Bildungsdiskurs. Ziel ist es, theoretische Konzepte der Diskursforschung praxisnah aufzubereiten und mit den beruflichen Erfahrungen der Teilnehmenden zu verknüpfen (Fairclough, 2010).
Workshopablauf
- Impulsphase: Einführung in Macht, Sprache und Narrative im Gesundheitswesen
- Gruppenarbeit: Diskursanalyse ausgewählter Texte aus Medien, Politik und Leitlinien
- Kreativphase: Entwicklung alternativer Narrative und Sprachbilder
- Transferphase: Diskussion der Bedeutung für Unterricht, Ausbildung und Curriculum
Ziel des Workshops
Die Teilnehmenden entwickeln ein reflektiertes Verständnis für die politische und professionelle Wirkung von Sprache. Sie erwerben grundlegende diskursanalytische Kompetenzen und erarbeiten konkrete Ansätze zur Integration von Sprachkritik in Lehre und Ausbildung im Gesundheitswesen (Wodak & Meyer, 2016).
Literatur
- Fairclough, N. (2010). Critical discourse analysis: The critical study of language (2nd ed.). Routledge. https://doi.org/10.4324/9781315834368
- Foucault, M. (1974). Die Ordnung des Diskurses (W. Seitter, Übers.). Fischer. (Originalarbeit veröffentlicht 1971)
- Keller, R. (2011). Diskursforschung: Eine Einführung für Sozialwissenschaftlerinnen* (4. Aufl.). VS Verlag für Sozialwissenschaften. https://doi.org/10.1007/978-3-531-92063-6
- Keller, R., Hirseland, A., Schneider, W., & Viehöver, W. (Eds.). (2018). Handbuch sozialwissenschaftliche Diskursanalyse (3. Aufl.). Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-15786-9
- Slotala, L. (2020). Pflege zwischen Anerkennung und Ökonomisierung: Diskursive Konstruktionen professioneller Identität. Pflege & Gesellschaft, 25(2), 120–135. https://doi.org/10.3262/PuG2002120
- Vogd, W. (2016). Die Organisation Krankenhaus im Wandel: Eine dokumentarische Analyse. Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-11833-4
- Vogd, W., & Slotala, L. (2018). Ökonomisierung, Moral und professionelle Identität im Gesundheitswesen. Soziale Welt, 69(3), 291–316. https://doi.org/10.5771/0038-6073-2018-3-291
- Wodak, R., & Meyer, M. (2016). Methods of critical discourse studies (3rd ed.). Sage.
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