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LAG Nachbearbeitung – Teaching near the Job

Markt der Möglichkeiten
Ort: Markt der Möglichkeiten 14.09.26, 14:15 - 14.09.26, 14:30 (Europe/Zurich) (15 Minuten)
Autor:in
Dörte Knuppe
Universitätsspital Zürich
Co-Autor:innen: Lothar Thome, Universitätsspital Zürich

Beschreibung

Unser Beitrag tangiert die vorgegebenen Themenfelder Mitbestimmung & Teilhabe sowie Lehren, Lernen & Kultur und eignet sich für den Markt der Möglichkeiten.

Neben den herkömmlichen Lernsettings in Theorie/Schule und Praxis/Klinik hat das USZ im Bereich NDS Intensivpflege Erwachsene zur Erreichung der im Rahmenlehrplan beschriebenen Kompetenzen des Berufsprofils ein zusätzliches Setting am dritten Lernort etabliert – die LAG Nachbearbeitung.

Die Nachbearbeitung mit Bezug zum erlebten Berufsalltag ist Teil der LAG (= Lern- und Arbeits-Gemeinschaft) in der Praxis. Das reflektierende Vorgehen weckt Interesse und regt zum eigenständigen und kooperativen Lernen sowie zum Praxis-Theorie-Praxis-Transfer an. Die LAG Nachbearbeitungstermine finden in einer interdisziplinären Zusammensetzung der Studierendengruppe, von mindesten zwei Intensivstationen, plus zwei Berufsbildnerinnen statt. Neben konkret erlebten Situationen aus dem Praxisalltag existiert zur Lernanregung

ein Themenkatalog, der sich an den Arbeitsprozessen 1 bis 4 des Rahmenlehrplans Nachdiplomstudiengänge Anästhesiepflege, Intensivpflege, Notallpflege orientiert. Das Format appelliert an die intrinsische Motivation der Studierenden, eigene Themen und Aspekte der Ausbildung genauer unter die Lupe zu nehmen, in der Gruppe vorzustellen und mit Expert*innen zu diskutieren.

Die Nachbearbeitung dient zudem der Lernerfolgskontrolle, dem Erwerb von Auftrittskompetenz und der Qualitätssicherung.

Kombination 1

Intensivstation Schwerpunkt Neurochirurgie

Intensivstation Schwerpunkt

Viszeral-, Thorax- und Transplantationschirurgie

Kombination 2

Intensivstation Schwerpunkt

Herz- und Gefässchirurgie

Intensivstation Schwerpunkt

Traumatologie

Kombination 3

Intensivstation Schwerpunkt

Innere Medizin

Intensivstation Schwerpunkt

Brandverletzte

Kombinationen der Intensivstationen alternierend

Hintergrund und Motivation

Anregung zu selbstgesteuertem Lernen unter dem Aspekt einer generalistischen Ausbildung in einem hochspezialisierten Umfeld sowie der täglichen Herausforderung von Komplexität und hohem Workload. Untersuchungen zeigen, dass eine leistungsorientierte Peer-Group den Theorie- / Praxistransfer und die persönliche Entwicklung positiv beeinflusst.

Stärkung des Gemeinschaftsgefühls, Verbesserung von Kommunikation, Teamfähigkeit und Konfliktbewältigung.

Beschreibung des Projekts

Die LAG Nachbearbeitung umfasst für die Studierenden die selbstgesteuerte – bei Bedarf supportive – Themenauswahl, die Vorbereitung anhand von kontextbezogenen Arbeitsaufträgen sowie die Präsentation und den Gruppendiskurs.

Kritische Reflexion

Herausforderungen bei diesem Format sind unterschiedliche Gruppenkonstellationen (Anzahl, Dynamiken, Fachschwerpunkte), Berücksichtigung unterschiedlicher Semestertaxonomien in Vortrag und Diskurs, Vorbereitungsmöglichkeiten der Berufsbildner*innen sowie die stärkere Nutzung des Freiraums des dritten Lernortes – fernab des Praxiskorsetts – für offene lösungsorientierte Diskussionen.

Ausblick

Grundsätzlich entspricht dieses Setting gut dem individuellen Lernbedürfnis und Präsentationsselbstverständnis der jungen Generation. Es gilt neben den Bedürfnissen der Studierenden ebenfalls die technischen/digitalen Möglichkeiten zu berücksichtigen und zu integrieren.

Literatur

  • Bildungskonzept Lern- und Arbeitsgemeinschaft (LAG); Januar 2025; Michaela Key; Universitätsspital Zürich 
  • Rahmenlehrplan (RLP) Nachdiplomstudiengänge (NDS) Höhere Fachschule (HF) der Fachrichtungen Anästhesie-, Intensiv-, Notfallpflege (AIN); Mai 2022; OdASanté 
  • Training on the Job und Training near the Job: arbeitsplatznahe und anwendungsorientierte Trainingsformen - Handbuch Personalentwicklung: die Praxis der Personalbildung, Personalförderung und Arbeitsstrukturierung - Stuttgart: Schäffer-Poeschel Verlag; Wolfram Schier; 2010