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LernKultur hoch zwei: Verantwortung übernehmen, Haltung zeigen!
Impulse & Methoden für demokratisches Lehren und Lernen in Pflege und Therapie
Beschreibung
Einleitung
Gesellschaftlicher Wandel, zunehmende Diversität und steigende Anforderungen im Gesundheits- und Therapiebereich fordern eine bewusste, verantwortungsvolle und reflektierte Praxisanleitung. Die Haltung und Verantwortungsbereitschaft der Anleitenden haben entscheidenden Einfluss darauf, ob Lernräume demokratisch, respektvoll und förderlich für alle Beteiligten gestaltet werden können.
Hintergrund und Motivation
In der Aus- und Weiterbildung von Pflege- und Therapieberufen begegnen Praxisanleiter*innen und Lehrkräfte täglich vielfältigen Menschen: Unterschiedliche Generationen, kulturelle Hintergründe und individuelle Lebensgeschichten prägen das Ausbildungsgeschehen. Zugleich sind Fachkräfte verantwortlich dafür, professionell zu begleiten, Konflikte zu moderieren und Lernende zur aktiven Reflexion, Autonomie und Teilhabe zu ermutigen. Daraus erwächst die Verantwortung, eine klare eigene Haltung zu entwickeln, Diskriminierung und Stereotype bewusst wahrzunehmen und demokratische Werte im Alltag vorzuleben.
Beschreibung des Projekts
Im Rahmen des Vortrags wird ein praxisorientierter Werkzeugkasten vorgestellt, der das Zusammenspiel von reflektierter Haltung, gelebter Verantwortung und handlungsorientierten Methoden in den Mittelpunkt stellt. Ausgangspunkt ist die Arbeit an der eigenen professionellen Haltung, verbunden mit der Reflexion von Menschenbild und Werteverständnis. Ergänzend werden konkrete Methoden präsentiert: Kollegiale Beratung zur Rollensicherung, Lego® Serious Play® für Perspektivwechsel und Reflexion, Kommunikationsleitfäden sowie Tools zur Motivation und zur differenzierten Verarbeitung von Lerninhalten. Diese Methoden sind so gewählt, dass sie generationen- und diversitätsgerecht angewandt werden können, psychische und soziale Herausforderungen berücksichtigen und zur Entwicklung einer demokratischen, nachhaltigen Lernkultur beitragen.
Kritische Reflexion
Die Umsetzung einer solchen Haltung und Methodenauswahl ist mit Herausforderungen verbunden: Sie erfordert ständige Selbstreflexion, Mut zu Veränderung und die Bereitschaft, Strukturen und Gewohnheiten kritisch zu hinterfragen. Nicht jede Situation lässt sich mit einem Standardinstrument lösen – entscheidend ist das Zusammenspiel aus Empathie, Klarheit und situativem Handeln. Fragen nach Machtverhältnissen, professionellen Grenzen und der eigenen Rolle sind ebenso relevant wie die praktische Wirksamkeit der eingesetzten Tools.
Ausblick
Zukünftig werden in den Ausbildungsberufen verstärkt Anleitende gebraucht, die sich als Gestaltende demokratischer und gerechter Lernwelten verstehen. Eine professionelle, diversitätsbewusste Haltung und ein flexibler Methodenwerkzeugkasten sind zentrale Bausteine, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Der Vortrag lädt dazu ein, die eigene Praxis zu reflektieren, neue Impulse zu erproben und gemeinsam Lernräume für ein respektvolles, inklusives Miteinander weiterzuentwickeln.
Literatur
- Domsch, Michel E.; Ladwig, Désirée; Weber, Florian C. (Hg.) (2019): Vorurteile im Arbeitsleben. Unconscious Bias erkennen, vermeiden und abbauen. Springer-Verlag GmbH. Berlin, Germany, Heidelberg: Springer Gabler.
- Kohlrausch, Jonathan (2019): Vielfalt und Anti-Bias. Impulse für Lehrende in den Gesundheitswissenschaften. In: Michel E. Domsch, Désirée Ladwig und Florian C. Weber (Hg.): Vorurteile im Arbeitsleben. Unconscious Bias erkennen, vermeiden und abbauen. Berlin, Germany, Heidelberg: Springer Gabler, S. 195–209.
- Schepp, Heinz-Hermann (1990): Pädagogik und Politik. Zur Problematik der Demokratisierung in Schule, Hochschule, politischer Bildung und Erwachsenenbildung. Bad Heilbrunn/Obb.: Klinkhardt.