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Liberating Structures: Alle Stimmen zählen

Beteiligung strukturieren mit 1-2-4-All, Conversation Café & Folding Spectrogram

Workshop
Freie Plätze: 21
Ort: Raum 6 14.09.26, 14:00 - 14.09.26, 15:30 (Europe/Zurich) (1 Stunde 30 Minuten)
Workshop-Anmeldung
Noch 21 freie Plätze
Autor:in
Bianca Leufgen
MSH Medical School Hamburg
Co-Autor:innen: Jennifer Kallenbach, MSH Medical School Hamburg
Referent:innen
Referentin 1

Beschreibung

Einleitung

Lehren und Lernen in den Gesundheitsberufen ist nie „neutral“. Es ist eingebettet in gesellschaftliche Machtverhältnisse, professionsethische Anforderungen und aktuelle politische sowie ökonomisch und ökologische Herausforderungen. Gleichzeitig berichten Lernende von diskriminierenden Begegnungen in Praxisfeldern oder erleben Druck, zu Positionen Stellung zu beziehen, die sie nicht vertreten können. Daraus entsteht ein didaktischer Auftrag für die Bildungsinstitutionen der Gesundheitsfachberufe: Bildungsräume müssen so gestaltet werden, dass Teilhabe, Haltung, Verantwortung und Konfliktfähigkeit gelernt und gelebt werden können.

Liberating Structures (LS) bieten hierfür ein Set von Mikrostrukturen, die eine systematische Beteiligung aller Akteur:innen als gleichberechtige Partner:innen ermöglichen (Lipmanowicz & McCandless, 2015). Sie geben Lernprozessen eine klare, leicht verständliche Form, verteilen Redeanteile, fördern aktives Zuhören und machen unterschiedliche Perspektiven sichtbar – ohne dass Lehrende Inhalte „vorgeben“ müssen (Singhal et al., 2020). Besonders in Gruppen mit verschiedenen Muttersprachen wirken sie entlastend, weil sie mit einfachen Schritten, Zeitfenstern, Visualisierung und Interaktion arbeiten und damit Zugangshürden reduzieren (Singhal et al., 2020).

Beschreibung des Projekts

Der Workshop verbindet kurze konzeptionelle Impulse mit einer unmittelbaren Erprobung und einem Transfer in die berufsweltliche Praxis, sodass die Passung zum Lernwelten-Thema „Mitbestimmung & Teilhabe sowie Lehren, Lernen & Kultur: Wie können Lernräume demokratisch, gerecht und diskriminierungssensibel gestaltet werden – und wie lassen sich Lernende zur Mitgestaltung stärken?“, aktiv erlebt werden kann.

Vorgestellte Mikrostrukturen (hands-on):

  • 1-2-4-All: schnelle, faire Ideen- und Meinungsbildung mit garantierter Beteiligung aller
  • Conversation Café: strukturierter Dialog zu kontroversen/ethischen Fragen mit Zuhörkultur
  • Folding Spectrogram: Positionen sichtbar machen, Grautöne zulassen, Perspektivenwechsel ermöglichen

Workshopablauf

  1. Ankommen & Rahmung (10 Min.): Bezug zum Kongressthema (Haltung, Verantwortung, Teilhabe) und zu typischen Dilemmata in Gesundheitsberufen
  2. Kurzinput (10 Min.): Prinzipien der Liberating Structures als demokratische Lernraumgestaltung
  3. Erprobung der drei Mikrostrukturen (55 Min.): Durchführung inkl. kurzer Reflexionsschleifen
  4. Transfer in die eigene Lehre (10 Min.): Einsatzideen für Unterricht
  5. Abschluss (5 Min.): Take-aways, nächste Schritte, Ressourcen

Ziel des Workshops

Die Teilnehmenden…

  • erleben Liberating Structures als konkrete Didaktik für Teilhabe, Diskurs- und Konfliktfähigkeit.
  • lernen die Mikrostrukturen 1-2-4-All, Conversation Café und Folding Spectrogram kennen und anwenden.
  • entwickeln Ideen, wie sich darüber Themen wie Diskriminierung, ethische Spannungsfelder, demokratische Mitbestimmung und verantwortliches Handeln im Unterricht umsetzen lassen.
  • nehmen praxistaugliche Impulse mit, um Lernende (insbesondere in heterogenen Lerngruppen) stärker zu beteiligen und Lernkulturen gerechter und nachhaltiger zu gestalten.

Literatur 

  • Lipmanowicz, H., & McCandless, K. (2015). Liberating Structures: Engaging Everyone to Build a Good Life Together.
  • Singhal, A. et al. (2020). Liberating Structures as Pedagogical Innovation for Inclusive Learning. Journal of Creative Communications, 15(1).
  • Steinhöfer, D. (2021). Liberating Structures. Entscheidungsfindung revolutionieren. Vahlen.