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Stärkung der professionellen Identitätsbildung in der medizinischen Ausbildung durch reflektierende und praxisorientierte Hinweise
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Fortbildungserfolg von Digitalisierungsmanager:innen in Arztpraxen – Eine 1,5-Jahres-Follow-Up-Studie
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Herzensangelegenheit: Palliative Versorgungsqualität im kardiologischen Setting neu denken- Implementierung der Peaceful End-of-Life Theory
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Haltung zeigen statt schweigen - Professioneller Umgang mit sexueller Belästigung in der Ausbildung zur Pflegefachperson
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Patientensicherheit im Pflegestudium: Validierung des deutschen Health Professional Education in Patient Safety Survey (H-PEPSS)
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Professionelle Verantwortung im interprofessionellen ethischen Diskurs. Ethik in der beruflichen Praxis als interprofessionelles Lernformat am USZ
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Die Potenziale von Berufsfeldanalysen und ihre Spezifika hinsichtlich einer Curriuclumentwicklung im Kontext der Ausbildung von Notfallsanitäter:innen
Christian FrießSept.. 14
Schule als politischer Akteur? Agenda Setting und Verantwortung in der Ausbildung von Gesundheitsberufen
Beschreibung
Bildung in den Gesundheitsberufen ist niemals neutral. Spätestens dort, wo Ausbildungsinstitutionen Fachkräfte für ein überlastetes, normativ aufgeladenes Versorgungssystem qualifizieren, wird Lehren zu einem politischen Akt, auch ohne explizite politische Positionierung. Universitäre Schulzentren für Gesundheitsfachberufe bündeln unterschiedliche Professionen, Berufsgesetze und Versorgungslogiken und wirken dadurch als machtvolle Orte institutionellen Agenda Settings.
Der Beitrag vertritt die These, dass Bildungsinstitutionen im Gesundheitswesen kontinuierlich Agenda Setting betreiben: durch die Auswahl dessen, was gelehrt wird, durch das, was ausgeblendet bleibt, durch die Gewichtung von Themen wie Ökonomie, Ethik, Selbstfürsorge oder struktureller Überforderung und durch die Rahmung beruflicher Normalität. Neutralität erweist sich dabei weniger als Haltung, sondern als Entscheidung mit Folgen.
Ausgehend von Erfahrungen aus dem Aufbau und der konzeptionellen Entwicklung eines universitären Schulzentrums für Gesundheitsfachberufe analysiert der Beitrag zentrale Spannungsfelder institutioneller Verantwortung: Bildung als Schutzraum versus Bildung als Systemstabilisator, Anpassung an bestehende Versorgungsrealitäten versus kritische Irritation, Empowerment von Lernenden versus Zumutungen eines krisenhaften Systems. Dabei wird bewusst auch die Frage gestellt, wo Bildungsinstitutionen ihre Grenzen markieren müssen, um nicht selbst Teil problematischer Verdrängungsmechanismen zu werden.
Der Beitrag plädiert weder für politische Indoktrination noch für einen Rückzug in vermeintliche Neutralität. Stattdessen wird Agenda Setting als unvermeidbare, aber gestaltbare Praxis verstanden, die reflexiv, transparent und verantwortungsvoll ausgeübt werden muss. Ziel ist es, Bildungsakteur:innen dazu einzuladen, ihre eigene Rolle im Spannungsfeld von Haltung, Verantwortung und Macht kritisch zu reflektieren – und Bildung in den Gesundheitsberufen als gesellschaftlich wirksamen Raum ernst zu nehmen.