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Wie Partizipation professionelle Handlungskompetenz stärkt
Partizipation von Auszubildenden am Beispiel von LEA (Lern- und Ausbildungsstation)
Beschreibung
Einleitung
Partizipation gilt als grundlegendes Element innovativer Pflegepraxis. Sie stärkt nicht nur die Selbstwirksamkeit und Verantwortungsübernahme der Lernenden, sondern ermöglicht auch ein praxisnahes Verständnis von Entscheidungsprozessen, Teamarbeit und Qualitätsentwicklung (Schemme & Pfaffe 2016). Gleichzeitig kann Beteiligung je nach Ausbildungsumfeld, Lernort und Aufgabenbereich sehr unterschiedlich gestaltet und umgesetzt werden.
Dieser Workshop beschäftigt sich insbesondere mit Partizipationsmöglichkeiten am Beispiel einer von Auzubildenden geleiteten Station im Setting der akutstationären Versorgung.
Exemplarisch betrachten wir das Projekt „LEA“ – die Lern- und Ausbildungsstation, auf der Auszubildende in einem geschützten Rahmen zunehmend Verantwortung übernehmen, Pflegeprozesse aktiv mitgestalten und an realistischen Situationen wachsen können.
Analysiert werden die praktische Umsetzung, auftretende Chancen und Herausforderungen sowie die Übertragbarkeit auf andere Ausbildungskontexte.
Beschreibung des Projekts
Die berufliche Pflegeausbildung lässt sich als sozialer Aushandlungsprozess verstehen, der durch Kommunikation, Rollenklärung und gemeinsame Gestaltung geprägt ist. Partizipation der Auszubildenden spielt dabei eine zentrale Rolle, da der aktive Einbezug in Entscheidungen und Arbeitsabläufe eng mit Kompetenzerleben, sozialer Eingebundenheit und einer gesteigerten Motivation verbunden ist.
Ausbildungsqualität entsteht aus dem Zusammenspiel verschiedener Perspektiven auf Makro‑, Meso‑ und Mikroebene, deren Abstimmung einen Abgleich von Erwartungen, Standards und Verantwortlichkeiten ermöglicht (Schemme & Pfaffe 2016).
Vor diesem Hintergrund richtet der Beitrag den Fokus im besondern auf die Mikroebene der Mitbestimmung am Lernort Akutkrankenhaus im Rahmen von Projekten, in denern Auszubildende die Verantwortung für eine gesamte Station übernehmen. Exemplarisch wird dabei das Projekt LEA (Lern‑ und Ausbildungsstation) dargestellt.
In Diesem übernehmen Auszubildende für einen begrenzten Zeitraum die volle Verantwortung für Planung, Organisation und Durchführung der Pflege. Die Auszubildenden werden mit authentischen beruflichen Situationen konfrontiert, die zur Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz beitragen.
Die Mesoebene ist wesentlich an der erfolgreichen Implementierung beteiligt, indem sie verbindliche Strukuren zur Umsetzung schafft.
Die Makroebene wiederum setzt durch gesetzliche Rahmenbedingungen und den praktischen Ausbildungsplan den strukturellen Rahmen.
Auszubildende erleben Lern- und Ausbildungsstationen als besonders bedeutsame Lernphasen (Goller et al. 2020). In diesen verschiebt sich der Fokus von isolierten Tätigkeiten hin zu einem Ganzheitlichen Verständnisses des Pflegeprozesses.
Das Projekt fördert Eigenverantwortung, erweitert Entscheidungsspielräume und schafft durch einen begünstigten Pflegeschlüssel Kapazitäten für reflektiertes Handeln, sorgfältige Dokumentation sowie interprofessionelle Abstimmung (Goller et al. 2020).
Ergänzend sichern strukturierte Feedback‑ und Reflexionsformate, kontinuierlich erreichbare Praxisanleitende, verbindliche Lernziele und eine reflexive Kultur die pädagogische Qualität des Settings. Die Einbindung von Lehrenden der theoretischen Ausbildung durch Praxisbegleitung verstärkt den partizipativen Charakter des Projekts, verbessert die Lernortkooperation und kann zusätzlich die Verzahnung von Theorie und Praxis fördern.
Vollständige Handlungszyklen aktivieren arbeitsplatzbezogene Lernprozesse und stärken die Lösungskompetenz. Das Bewusstsein für die eigene Wirksamkeit steigert dabei die Motivation und ist maßgeblich für den Aufbau einer professionellen Identität in der Pflege.
Zum Abschluss des Workshops erfolgt eine Darstellung der Implementierung des LEA-Konzepts am St.-Antonius-Hospital Eschweiler. Es werden unter anderem Ergebnisse aus empirischen sowie qualitativen Befragungen der Auszubildenden vorgestellt. Diese liefern Einblicke in das subjektive Erleben der Teilnehmenden, den wahrgenommenen Kompetenzzuwachs sowie die Qualität der Partizipationsmöglichkeiten innerhalb des Projekts. Die Einbindung dieser Evaluation ist als partizipativer Ansatz zu verstehen, der darauf abzielt, die Weiterentwicklung des Projekts aktiv und kontinuierlich zu fördern.
Workshopablauf
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Zeit (min) |
Inhalt |
Methoden/ Medien |
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0-5 |
Vorstellung der Dozierenden und des Workshopablaufes |
PPP |
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5-15 |
Input zum Thema Partizipation und dem Konzept einer von Auszubildenden geführten Station, insbesondere Chancen und Stolpersteine |
Vortrag/ PPP |
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15-50 |
Entwicklung von “ Mini Konzepten” zur Umsetzung einer Lern- und Ausbildungsstation in der eigenen Einrichtung. |
Gruppenphase/ Arbeitsauftrag und Ergebnissammlung über Padlet |
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50-70 |
Diskussion und Ergebnissicherung |
Gruppendisskusion/ festhalten wesentlicher Aspekte im Padlet |
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70-80 |
Gestaltung und Ergebnisse von LEA im St.-Antonius-Hospital |
PPP |
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80-90 |
Evtl. Fragen/ Diskussion zu LEA Formulierung von “TAKE HOME” Aspekten Verabschiedung |
Take Home Aspekte ebenfalls über Padlet. |
Ziel des Workshops
Ziel des Workshops ist es, Formen gelebter Partizipation im Kontext von LEA aufzuzeigen und kritisch zu beleuchten. Darüber hinaus werden Chancen und Herausforderungen bei der Implementierung des Projekts herausgearbeitet, um den Teilnehmenden praxisnahe Impulse für die Übertragung in den eigenen beruflichen Kontext zu bieten.
Literatur
- Goller, M., Steffen, B., & Lau, D. (2020). Schulstationen in der Pflegeausbildung: Zur Lernförderlichkeit eines komplexen Lehr‑Lernarrangements. Zeitschrift für Berufs‑ und Wirtschaftspädagogik, 116(3), 364–390.
- Langenkamp, K., & Linten, M. (2021). Auswahlbibliografie: Kompetenz in der beruflichen Bildung (Version 8.0). Bundesinstitut für Berufsbildung. https://res.bibb.de/AB_KompetenzV8
- Schemme, D. & Pfaffe, P. (Hrsg.) (2016): Beteiligungsorientiert die Qualität der Berufsausbildung weiterentwickeln – Ausbildung in kleinen und mittleren Betrieben. (Wissenschaftliche Diskussionspapiere, Heft 167). Bundesinstitut für Berufsbildung. https://www.bibb.de/veroeffentlichungen/de/publication/download/id/7889