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Wie werden Lernende/Studierende im positiven Verhalten und in der Selbstreflexion für das selbstbestimmte lebenslange Lernen gestärkt?

Workshop
Freie Plätze: 10
Ort: Raum 6 15.09.26, 14:00 - 15.09.26, 15:30 (Europe/Zurich) (1 Stunde 30 Minuten)
Workshop-Anmeldung
Noch 10 freie Plätze
Autor:in
Sarah Rauber
Universitätsspital Zürich

Beschreibung

Hintergrund 

Wie gelingt es in einem herausfordernden Arbeitsalltag, die Kompetenzen der Lernenden/Studierenden sichtbar zu machen und deren Selbstreflexion zu fördern? 

Mit einem digitalen Arbeitsbasierten Assessment werden ausgeführte Tätigkeiten anhand "Entrustable Professional Activities" (EPA’s) von Lernenden/Studierenden sowie von Bildungspersonen beurteilt und in einer strukturierten Feedback Dokumentation, meist in Kombination mit Lernzielen festgehalten. 

Es ermöglicht den Lernenden/Studierenden anhand der individuell erfassten Lernziele, bestehende Lücken zu füllen, und somit erfolgreich die Kompetenzen für die Praxis zu erlangen.

Dieses Assessment anhand des digitalen Tools «prepared-App» eignet sich, um die Selbstreflexion der Lernenden/Studierenden zu fördern und die Feedback-Kultur zu steigern. Im Alltag läuft das so:

Lernende/Studierende wählen eine EPA aus dem Katalog, zeigen den QR‑Code, Berufsbildner:innen scannen und geben dazu ein kurzes Feedback. Da in dem digitalen Tool die Kriterien für die zu erreichende Kompetenz als eine Art «Checkliste» vorhanden sind, dauert die Beurteilung weniger als eine Minute und lässt sich so in den normalen Arbeitsablauf einfügen. 

Das Konzept über Anvertraubare professionelle Tätigkeiten (= Entrustable Professional Activities, EPAs) ist ursprünglich zur Bewertung der Leistung von Medizinstudierenden in der klinischen Praxis entwickelt worden. Die EPA`s sollen die Lücke zwischen theoretischem Wissen und klinischer Erfahrung schliessen. Sie verknüpfen medizinisches Wissen mit praktischen Fertigkeiten und definieren klare Supervisionsstufen (von Beobachtung bis eigenständige Durchführung) und tragen somit zur Qualitätssicherung in der Aus- und Weiterbildung bei.

Adressaten und Ziele des Workshops 

Die Teilnehmenden wenden die prepared - App in diesem Workshop an. 

Sie erfahren an einem Beispiel aus der Praxis der Notfallpflege, wie Lernende/Studierende ihre Kompetenzen sichtbar und messbar machen können. 

In der Diskussion wird thematisiert, wie Lernende/Studierende in der Selbstreflexion bestärkt werden und wie sich die Feedback-Kultur verbessert. 

Vorgehen / Ablauf des Workshops

Es soll in einer kleinen Gruppe eine Aufgabe aus dem Praxisalltag der Notfallpflege ausgeführt werden.

Nach einer kurzen Einleitung zur Anwendung der prepared ‑ App können die Teilnehmenden ein arbeitsbasiertes Assessment mit Beobachtung, Beurteilung und strukturiertem Lerngespräch durchführen. 

Die Teilnehmenden entscheiden, ob sie Ausführende der Tätigkeit oder Beobachtende sein möchten. 

Folgender Ablauf ist geplant: 

  • Einstieg ins Thema und Vorstellen der prepared - App 
  • in kleinen Gruppen eine Tätigkeit ausführen und beobachten 
  • Selbst- und Fremdbeurteilung nach EPA’s anhand prepared - App (Testversion ist vorbereitet)
  • Lerngespräch in 4 Schritten durchführen 
  • Reflexion (jeweils Beobachtende und Ausführende der Tätigkeit) – Erkenntnisse 

Ausblick

Wir diskutieren den Mehrwert und die Nachteile eines solchen digitalen arbeitsbasierten Assessments fürLernenden/Studierenden sowie aus der Sicht für Bildungspersonen.

Literatur

  • Cate, Th. J. ten, Burch, V., Chen, H. C., Chou, F. C., & Hennus, M. P. (Eds.). (2024). Entrustable professional activities and entrustment decision-making in health professions education. London: Ubiquity Press.
  •  Flentje, M., Enax, S., Albers, T., Meyer, L., Eismann, H. (2023). «Entrustable professional activities“ für NotfallsanitäterInnen. Notfall & Rettungsmedizin 26, 203–210. Heidelberg: Springer:  https://doi.org/10.1007/s10049-021-00970-1 
  • Wijnen-Meijer, M., Oosterbaan-Lodder, S.C.M., Scheele, F. (2025). Entrustable Professional Activities (EPAs) aus einer interprofessionellen Umsetzungsperspektive: ein niederländischer Blickwinkel. In: Walkenhorst, U., Fischer, M.R. (eds) Interprofessionelle Bildung für die Gesundheitsversorgung. Berlin, Heidelberg: Springer.https://link.springer.com/rwe/10.1007/978-3-662-65435-4_45#DOI: