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„Meine Geschichte – Deine Geschichte – Unsere Geschichte“: Historisch-politische Bildung in migrationsgesellschaftlichen Pflegeklassen

Co-Autor:innen: Konstanze Bartel
Posterpräsentation
Ort: Posterausstellung 14.09.26, 16:56 - 14.09.26, 17:07 (Europe/Zurich) (11 Minuten)
Autor:in
Katharina Genz
CAU Kiel Institut für Allgemeinmedizin / AG Didaktik der Pflegeberufe

Beschreibung

Die Pflegebildung in Deutschland ist zunehmend migrationsgesellschaftlich geprägt. Viele Auszubildende und Studierende bringen vielfältige biographische und kulturelle Erfahrungen mit, verfügen jedoch häufig über keine familiären Bezüge zur deutschen Geschichte des Nationalsozialismus. Dies stellt Lehrende vor die Herausforderung, historisch-politische Themen so zu vermitteln, dass sie für heterogene Lerngruppen anschlussfähig bleiben und zugleich berufsethische Reflexionsprozesse ermöglichen.

Der Posterbeitrag stellt ein didaktisches Konzept vor, das migrationssensible Lernzugänge mit der Auseinandersetzung mit der Rolle der Pflege im Nationalsozialismus am Beispiel der sogenannten „Kinderfachabteilungen“ verbindet. Ziel ist es, historisches Lernen mit Fragen professioneller Verantwortung und berufsethischer Haltung in der Pflege zu verknüpfen.

Das Konzept orientiert sich an Ansätzen historisch-politischer Bildung zur Förderung von Integration und Partizipation und adaptiert Handlungsempfehlungen von Ohliger et al. (2006) für die Pflegebildung. Zentral ist ein dreistufiges didaktisches Modell:

(1) Meine Geschichte – Reflexion eigener biographischer Erfahrungen mit Pflege, Krankheit und Migration,

(2) Deine Geschichte – Austausch über unterschiedliche kulturelle Perspektiven auf Pflege, Ethik und Verantwortung,

(3) Unsere Geschichte – Analyse historischer Ereignisse der Pflege im Nationalsozialismus und Diskussion professioneller Verantwortung damals und heute.

Der Beitrag zeigt exemplarisch, wie historisch-politische Bildung in der Pflegebildung gestaltet werden kann, um Lernräume für Reflexion, Perspektivenvielfalt und professionelle Haltung zu eröffnen. Migration wird dabei nicht als didaktisches Problem, sondern als Ressource für multiperspektivisches Lernen verstanden. Das Poster diskutiert Chancen und Herausforderungen dieses Ansatzes und lädt zur Weiterentwicklung diversitätssensibler Konzepte historischer Bildung in den Gesundheitsberufen ein.

Literatur

Georgi, V. B.; Kahle, L.; Freund, S. I.; Wiezorek, A. (2022). Migrationsgesellschaft, geschichtskultureller Wandel und historisches Lernen. In: Georgi, V. B.; Lücke, M.; Meyer-Hamme, J.; Spielhaus, R. (Hg.). Geschichten im Wandel. Neue Perspektiven für die Erinnerungskultur in der Migrationsgesellschaft. Bielefeld: transcript, S. 65–127

Ohliger, R.; Motte, J.; Georgi, V.; Figatowski, B.; Traunmüller, R.; Legewie, J. (2006). Integration und Partizipation durch historisch-politische Bildung – Stand, Herausforderungen, Entwicklungsperspektiven. Berlin: Fonds „Erinnerung und Zukunft“.

Pfütsch, P. (Hrsg.) (2023). Die Rolle der Pflege in der NS-Zeit. Neue Perspektiven, Forschungen und Quellen. Stuttgart: Franz Steiner Verlag.

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